Wiener Erzbischof nach Treffen mit IGGÖ-Präsidenten: "Nur gemeinsam können wir Brücken des Vertrauens bauen und damit Spaltungen in unserer Gesellschaft überwinden"
Wien, 24.09.2026 (KAP) Der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl hat die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Ümit Vural, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ), betont und dabei die gemeinsame Verantwortung für das friedliche Zusammenleben hervorgehoben. "Nur gemeinsam können wir Brücken des Vertrauens bauen und damit Spaltungen in unserer Gesellschaft überwinden", hielt der Wiener Erzbischof auf Instagram nach einem Treffen mit Vural am Donnerstag im Erzbischöflichen Palais fest. Im Blick auf aktuelle Herausforderungen im Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher religiöser Prägungen betonte Grünwidl: "Uns ist klar: Die gemeinsame Aufgabe der Religionsgemeinschaften ist es, sich entschieden gegen Gewalt und Extremismus zu stellen und für Frieden und Religionsfreiheit einzusetzen."
Den Besuch von IGGÖ-Präsident Vural wertete Grünwidl als "eine willkommene Gelegenheit, unsere gute Dialogbasis weiter zu vertiefen und uns über das grundsätzlich positive interreligiöse Klima hier in Wien und in unserem Land auszutauschen. Wir und viele Gläubige in unseren Religionsgemeinschaften bauen an diesem wertschätzenden Klima." Ein gutes Miteinander der Religionen leiste wichtige Beiträge zum gesamtgesellschaftlichen Zusammenhalt. "Dieses Miteinander wollen wir fortsetzen und, wo möglich, intensivieren", so der Wiener Erzbischof.
Fragen rund um den Islam und seine politische Dimension stehen seit einigen Wochen im Zentrum innenpolitischer Debatten in Österreich. Konkrete Anlässe sind dafür das seit September geltende Kopftuchverbot in Schulen für muslimische Mädchen unter 14 und ein von der ÖVP geplantes verfassungsrechtliches Verbot des "Politischen Islam".
Erklärung des Vorstands des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich - Generalverdacht gegen Islamische Glaubensgemeinschaft wird zurückgewiesen, zugleich werden Politik und Religionen aufgefordert, konsequent gegen Extremismus und Gewalt vorzugehen