Grundsätzliches Lob für Bildungsminister Wiederkehrs Pläne eines Schulversuchs, der nächstes Schuljahr an fünf Standorten getestet werden soll - Lehrplan und Ressourcen gefordert
Wien, 24.09.2026 (KAP) Der Katholische Familienverband begrüßt den von Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) am Donnerstag vorgestellten Pilotversuch zu sechs Jahren Volksschule, fordert aber klare Rahmenbedingungen, einen eigenen Lehrplan sowie zusätzliche personelle und pädagogische Ressourcen. Umgesetzt werden soll das Modell in Kooperation zwischen Volksschulen und Mittelschulen bzw. AHS-Unterstufen. Offen ist für den Familienverband, wie die angestrebte spätere Entscheidung über die weitere Schullaufbahn tatsächlich umgesetzt werden soll.
Andrea Kahl, Leiterin des Arbeitskreises Bildung und Schule des Familienverbandes, warnte davor, dass sich die Entscheidung für einen bestimmten Schultyp sogar vorverlagern könnte, "und Eltern von Tafelklasslern sich bereits festlegen müssen, indem sie wählen, ob die Kooperationsschule eine Mittelschule oder eine AHS ist". Kahl zeigte sich daher gespannt auf weitere Details zum geplanten Schulversuch und auf die Nachfrage nach dem neuen Modell.
Die sechsjährige Volksschule soll im Schuljahr 2027/28 zunächst an mindestens fünf ausgewählten Standorten in zumindest drei Bundesländern freiwillig erprobt und dabei wissenschaftlich begleitet werden. Ein weiterer Durchgang ist im Jahr darauf geplant. Laut Wiederkehr sollen sich auch Gymnasien am Pilotversuch beteiligen, um aussagekräftige Ergebnisse über die Auswirkungen der verlängerten Volksschule zu erhalten.
Positiv bewertet der Familienverband, dass das Modell zunächst an fünf Standorten erprobt werden soll. In einer früheren Stellungnahme habe der Verband dafür allerdings Praxisschulen und eine wissenschaftliche Begleitung vorgeschlagen, so Kahl.
Für die Umsetzung fordert der Verband zudem einen eigens entwickelten Lehrplan sowie zusätzliche Ressourcen. "Ohne zusätzliche personelle und pädagogische Ressourcen besteht die Gefahr, dass die angestrebte Chancengleichheit zu einer Nivellierung nach unten führt und die individuelle Förderung der Kinder dabei auf der Strecke bleibt", erklärte die Bildungsexpertin.