US-Bischof und Emmy-Preisträger Fulton Sheen seliggesprochen
25.09.202608:56
USA/Kirche/Glaube/Medien/Seligsprechung
Kurienkardinal Tagle leitete Seligsprechungsfeier mit 50.000 Gläubigen in Stadion in St. Louis
Washington, 25.09.2026 (KAP/KNA) Der US-amerikanische "Fernsehbischof" Fulton Sheen (1895-1979) ist am Donnerstag bei einer feierlichen Zeremonie im Bundesstaat Missouri seliggesprochen worden. Kurienkardinal Luis Antonio Tagle leitete den Gottesdienst mit rund 50.000 Gläubigen in einem Stadion von St. Louis im Auftrag von Papst Leo XIV.
Kardinal Tagle würdigte den neuen Seligen laut Katholischer Nachrichten-Agentur (KNA) als "Pförtner an der Tür von Gottes Haus", der es verstanden habe, das Evangelium auf immer neue Weise zu erzählen und damit zahllose Menschen zu erreichen. Der Papst selbst hatte seinen Landsmann bereits am Mittwoch bei der Generalaudienz auf dem Petersplatz als Vorbild in Sachen Glaubensverkündigung gelobt.
"Onkel Fultie", so sein Spitzname, war in erster Linie als TV-Star für sein Medienapostolat bekannt. Seine Sendung "Das Leben ist lebenswert" lief von 1952 bis 1957 und erreichte die wahrscheinlich höchsten Zuschauerzahlen im US-Fernsehen der Nachkriegszeit. 1953 erhielt der Geistliche den bedeutenden US-Fernsehpreis "Emmy" in der Kategorie als herausragendste Fernsehpersönlichkeit. In den Jahren 1950 bis 1966 leitete Sheen auch die US-Niederlassung der Päpstlichen Missionswerke. 1966 ernannte Papst Paul VI. Sheen zum Bischof von Rochester im Staat New York. Drei Jahre später gab er das Leitungsamt wieder auf. In der Öffentlichkeit blieb er bis zu seinem Tod im Dezember 1979 präsent.
"Großes Vermächtnis hinterlassen"
Fulton Sheen habe Zehntausende bekehrt und "uns ein großes Vermächtnis hinterlassen", sagte Bischof Louis Tylka, in dessen Diözese Peoria das Seligsprechungsverfahren eröffnet worden war, beim Gottesdienst in St. Louis. "Er verkündete furchtlos das Evangelium in kulturell schwierigen Zeiten. Er unterstützte die Missionen der Kirche auf der ganzen Welt." Tylka erinnerte auch an Sheens Praxis, täglich eine Stunde vor dem Allerheiligsten zu beten. Diese "Heilige Stunde" sei Sheens Quelle zur Einsicht in Christus gewesen.
Bei einer Seligsprechung stellt die katholische Kirche durch Urteil des Papstes fest, dass ein gestorbener Mensch vorbildlich aus dem Glauben gelebt hat und Christus in besonderer Weise nachgefolgt ist. Daraus ergibt sich die offizielle Empfehlung, diese Person als Vorbild und Fürsprecher bei Gott anzunehmen.
Sheen gewann ab den 1930er Jahren in den USA breite Popularität als Radioprediger und wurde in den 1950er Jahren zu einem Pionier des religiösen Fernsehens
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