Medial stark beachtete Aufnahme-Zeremonie des Wiener Gastro-Unternehmers Martin Ho in in den privaten Verein der "Byzantinischen Ritter vom Heiligen Grab" sorgt bei päpstlichem Orden der Grabesritter für Unmut
Wien/Rom, 25.09.2026 (KAP) Heftige Kritik übt die österreichische Statthalterei der Grabesritter ("Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem") an jüngsten Vorkommnissen in Rom. Der Grund für die geharnischte Aussendung: Am 19. September fand im Campo Santo Teutonico die Aufnahme des bekannten Gastronomen und Unternehmers Martin Ho in den "Orden der Byzantinischen Ritter vom Heiligen Grab" (Byzantinische Ritter) statt. Laut Aussendung der Grabesritter "in unstatthafter Weise im kirchlichen Raum nahe dem Vatikan". Heimische Medien berichteten darüber.
Dieser öffentlichkeitswirksame Rechtsakt einer Vereinsaufnahme im kirchlichen Raum habe bewusst oder unbewusst in der medialen Öffentlichkeit den Anschein erwecken lassen, dass es sich hierbei um einen römisch-katholischen kirchlichen konstitutiven Rechtsakt bzw. eine solche Zeremonie gehandelt habe. Dies sei jedoch nicht der Fall gewesen, so die Grabesritter. Der Orden der Byzantinischen Ritter vom Heiligen Grab sei ein österreichischer Verein, errichtet nach dem österreichischen Vereinsgesetz und unterliege ausschließlich den österreichischen Vereinsbehörden. Durch den "privatrechtlichen Rechtsakt der Aufnahme des Herrn Martin Ho in den Verein der Byzantinischen Ritter" sei dieser daher auch nicht, wie medial berichtet, zum päpstlichen oder vatikanischen Ritter geworden.
Rein privater Verein
Der privatrechtliche Verein mit seinen weltlichen Vereinsabzeichen unterstehe nicht den päpstlichen und kirchlichen Autoritäten und die Vereinsorgane der Byzantinischen Ritter würden daher auch nicht durch diese bestellt oder ernannt. Der Orden der Byzantinischen Ritter sei keine päpstliche Einrichtung und keine juristische Person des Kirchenrechts. Außerdem, so die Grabesritter in ihrer Aussendung, " steht dieser Verein in keinerlei Zusammenhang mit den karitativen Werken des Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem".
Ho hatte erklärt, für ihn stehe im Blick auf die Aufnahme nicht der Titel, sondern der karitative Auftrag im Vordergrund. Anlässlich des Schulbeginns unterstütze er die St. Elisabeth-Stiftung der Erzdiözese Wien mit einer großzügigen Spende.
In der Aussendung der Grabesritter wird auch darauf hingewiesen, dass auf Grund eines Schreiben des vatikanischen Staatssekretariats es ausschließlich den anerkannten päpstlichen Ritterorden wie den Grabesrittern gestattet ist, kirchliche Zeremonien im kirchlichen Raum durchzuführen. Der päpstliche Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem, errichtet durch den Heiligen Stuhl, sei der einzig bestehende und anerkannte päpstliche Ritterorden der römisch katholischen Kirche mit Rechtspersönlichkeit in Österreich
"Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem"
Der "Ritterorden vom Heiligen Grab zu Jerusalem" ("Grabesritter") entstand aus einem mittelalterlichen Brauchtum, bei dem adelige Pilger am Heiligen Grab zu Jerusalem zum Ritter geschlagen wurden. Der heutige Orden, eine eigenständige juristische Person des Kirchenrechts, ist eine vorwiegend von Laien getragene humanitäre Organisation zur Unterstützung der im Heiligen Land lebenden und von den politischen Auseinandersetzungen betroffenen Christen. Dies geschieht über das Lateinische Patriarchat von Jerusalem.
Das Lateinische Patriarchat ist für Israel, Palästina, Jordanien und Zypern zuständig. Das Patriarchat unterhält 33 Kindergärten und 44 Schulen, in denen 20.000 Schüler von ca. 1.600 Lehrern unterrichtet werden. Die Grabesritter finanzieren 95 Prozent der entsprechenden Aufwendungen des Patriarchats. Der Orden hat weltweit 30.000 Mitglieder und wird vom Kardinal-Großmeister in Rom geleitet. Auf Ernennung durch Papst Franziskus hin übt Kardinal Fernando Filoni seit 2019 dieses Amt aus. Insgesamt hat der weltweit tätige Orden 2025 rund 24 Millionen Dollar aufbringen können, um das Lateinische Patriarchat zu unterstützen.
Weltweit haben die Grabesritter rund 30.000 Mitglieder. In Österreich engagieren sich rund 550 Mitglieder in zwölf Komtureien, darunter ca. 90 Frauen. Oberster Leiter ist der Statthalter - seit 1. Juni 2025 ist dies Werner Johler. Großprior ist ebenfalls seit 1. Juni 2025 Erzbischof Franz Lackner. Er ist für die spirituelle Leitung und Unterstützung der weltlichen Organe zuständig.
Unter den geistlichen Mitgliedern in Österreich finden sich Kardinal Christoph Schönborn, der St. Pöltner Diözesanbischof Alois Schwarz, Militärbischof Werner Freistetter, Altbischof Paul Iby aus Eisenstadt sowie zahlreiche Äbte. Die weltlichen Mitglieder, die die große Mehrheit der Ordensangehörigen ausmachen, sind Menschen aus verschiedenen Berufen und Altersgruppen, die ein christliches Leben führen und denen das Heilige Land und die dort lebenden Christen ein persönliches Anliegen sind.
Um die zahlreichen Hilfsprojekte im Nahen Osten umsetzen zu können, ist der Orden auf Spenden angewiesen. Um den Spendern eine Absetzbarkeit zu ermöglichen, wurde vom Ritterorden der Verein "Österreichische Vereinigung für das Hl. Land" gegründet. (Infos: www.oessh.at)