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Besetzte Stadt Oleschky in der Südukraine
Krieg
Bild Copyright: © Caritas Internationalis

Ukraine: Caritas warnt vor humanitärer Not in Oleschky

25.09.2026 15:10
Ukraine/Österreich/Hilfsorganisation/Krieg/Soziales/Politik/Hunger/Caritas
Caritas-Vizepräsident Bodmann: Internationale Gemeinschaft muss Menschen in besetzten Gebieten helfen - Über 6.000 Menschen, darunter rund 200 Kinder, seit Monaten von Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten abgeschnitten
Kiew/Wien, 25.09.2026 (KAP) In der Ukraine - besonders in den von Russland besetzten Gebieten - droht die humanitäre Lage vor dem Winter zu eskalieren. Die internationale Gemeinschaft müsse jetzt handeln, um die ukrainische Bevölkerung mit dem Nötigsten zu versorgen, forderte Alexander Bodmann, Vizepräsident der Caritas Österreich, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Kathpress. Als besonders dramatisch bezeichnete Bodmann die Situation in der besetzten Stadt Oleschky in der südukrainischen Region Cherson. Laut Caritas sind die mehr als 6.000 Menschen, darunter rund 200 Kinder, seit Monaten von der Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten abgeschnitten. "Wenn der Winter kommt, heißt das für die Menschen dort nicht nur, dass sie hungern, sondern auch, dass sie erfrieren könnten", so Bodmann.

Aufgrund von Kämpfen, Minen und Drohnenangriffen seien Hilfslieferungen und Evakuierungen auf dem Landweg kaum möglich, wies Bodmann hin. Besonders schwierig sei die Situation für die Hilfsorganisationen selbst, weil sie die Menschen in den betroffenen Gebieten kaum erreichen könnten. Die Caritas-Partner vor Ort berichteten von fehlenden Kommunikationsmöglichkeiten und großen Problemen, Hilfslieferungen in die abgeschnittenen Gebiete zu bringen. "Es ist immer dann schwierig, wenn man nicht Hilfe leisten kann", so der Caritas-Vizepräsident.

Für Bodmann ist nun die internationale Gemeinschaft gefragt, rasch zu handeln und humanitäre Hilfe zu ermöglichen. Als eine Möglichkeit der Versorgung nannte er etwa Drohnen, die im Krieg vorrangig militärisch eingesetzt werden, aber auch für humanitäre Lieferungen genutzt werden könnten. Angesichts der enormen Investitionen in diese Technologie müsse die internationale Gemeinschaft überlegen, wie auch Drohnen zur Versorgung der eingeschlossenen Bevölkerung eingesetzt werden könnten, so Bodmann, der sich aktuell in der Ukraine aufhält. Und weiter: "Es ist ein Bruch des Völkerrechts, wenn man Menschen hungern lässt und nicht herausholen kann."

Laut Caritas soll es allein 2025 etwa 100.000 Drohnenangriffe und zahlreiche Luftangriffe in der Ukraine vonseiten der russischen Föderation gegeben haben.

Die letzten Lebensmittellieferungen seien Ende Mai in das Gebiet gelangt, erklärte der Allukrainische Rat der Kirchen und religiösen Organisationen - ein Zusammenschluss der wichtigsten christlichen, jüdischen und islamischen Gemeinschaften des Landes. Die Religionsgemeinschaften haben deshalb laut "Vatican News" zu einer internationalen humanitären Mission zur Evakuierung der Bevölkerung aufgerufen. Die Region war bereits im Jahr 2023 von schweren Überschwemmungen infolge des Dammbruchs des Wasserkraftwerks Kachowka betroffen.

Vorbereitung auf Wintermonate

Die Vorbereitung auf die kalte Jahreszeit muss laut der Hilfsorganisation in ganz Ukraine bereits jetzt beginnen. Benötigt würden etwa Generatoren, Lebensmittel, Gas und Heizmaterial. Infolge der russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur der Ukraine sei die Gefahr groß, dass Menschen im Winter ohne Strom und Heizung blieben. Betroffen sei auch die ukrainische Hauptstadt Kiew, wo ganze Stadtteile im Winter vermutlich weder mit Strom noch Heizung versorgt werden könnten.

Angesicht der Situation der Zivilbevölkerung und der schlechten Versorgungslage seien die österreichische Bundesregierung und die EU dazu aufgerufen, ihren Beitrag leisten und die humanitäre Hilfe verstärken, forderte Bodmann. Die humanitäre Versorgung müsse zudem stärker in Gespräche über einen Waffenstillstand einbezogen werden. "Der humanitäre Teil muss Teil der Gespräche zu einem Waffenstillstand sein", so der Caritas-Vizepräsident.

Der Krieg und die anhaltende Unsicherheit hinterließen auch schwere psychische Belastungen. Gleichzeitig gebe es zu wenige Möglichkeiten für psychosoziale Betreuung. Speziell für Kinder sei deshalb nicht nur akute Nothilfe, sondern auch psychosoziale Hilfe nötig. Bodmann: "Jeder Euro, den wir in Kinder und psychosoziale Unterstützung investieren, ist eine Investition in die Zukunft der Ukraine."

Die Caritas ist seit mehr als 30 Jahren in der Ukraine tätig und hat ihre Hilfe seit dem russischen Angriff im Februar 2022 deutlich ausgeweitet. Die Caritas Österreich unterstützt betroffene Kinder und Jugendliche in der Ukraine u.a. mit Kinderschutzzentren. Weiters werden Wärmestellen sowie Hygieneprodukte, Lebensmittel sowie psychosozialer Hilfe angeboten. Bodmann rief die österreichische Bevölkerung dazu auf, die Hilfsmaßnahmen weiterhin finanziell zu unterstützen. Jede Spende trage unmittelbar zur Versorgung der betroffenen Zivilbevölkerung bei (Spenden: www.caritas.at/ukraine)
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