Erzbischof Gallagher sprach in Rom bei traditionellem Botschafts-Empfang im Vorfeld des Tags der Deutschen Einheit - Krieg in der Ukraine "muss ein Ende finden"
Rom, 25.09.2026 (KAP) Der Außenbeauftragte des Papstes hat dazu ermutigt, die Energie aus dem Fall der Berliner Mauer von 1989 nicht zu vergessen. "An dieses Ereignis zu erinnern bedeutet, den Sieg des Guten über das Böse zu bezeugen, denn das Böse spaltet, das Gute aber verbindet", sagte Erzbischof Paul Richard Gallagher am Donnerstagabend in Rom. Im November 1989 sei die Welt "staunend und bewegt" Zeuge eines außergewöhnlichen Ereignisses geworden, das den Lauf der Geschichte für immer verändern sollte, so Gallagher.
Dagegen mangele es derzeit in Europa nicht an Trümmern. "Ich denke insbesondere an die Trümmer in der Ukraine, die von einem Krieg heimgesucht wird, der ein Ende finden muss!" Dies habe er auch bei seiner jüngsten Moskau-Reise wiederholt betont. "Denn je länger er andauert, desto schwieriger wird es, eine angemessene Lösung zu finden", sagte Gallagher beim traditionellen Empfang der Deutschen Botschaft beim Heiligen Stuhl zum bevorstehenden Tag der Deutschen Einheit.
Lob für EU-Gründungsväter
Um die "Lebenskraft" der Ereignisse um die Wiedervereinigung zu erhalten, brauche es konsequentes politisches und soziales Handeln von "Männern und Frauen guten Willens und mit Weitblick", so Gallagher. Diese Weitsicht sei an Staatsmännern wie Konrad Adenauer, Robert Schuman und Alcide de Gasperi zu bewundern. Inspiriert von den Werten des christlichen Humanismus hätten sie daran gearbeitet, "einen Garten zum Leben zu erwecken anstelle eines Trümmerhaufens, den der Zweite Weltkrieg in Europa hinterlassen hatte".
Die drei Politiker aus Deutschland, Frankreich und Italien gelten als Gründerväter der Europäischen Union. Papst Leo XIV. wird im Rahmen seiner an diesem Freitag begonnenen viertägigen Frankreichreise am Montag in Metz insbesondere an Schuman erinnern.