Schweiz: Kirche will Mehrsprachigkeit stärker einbinden
25.09.202617:46
Schweiz/Kirche/Migration/Integration/Sprache
Projekt "Vielsprachig katholisch" richtet Blick auf anderssprachige katholische Gemeinden und Dialog mit Migranten - Synodale Beratungen dazu auf verschiedenen Ebenen geplant
Zürich, 25.09.2026 (KAP) Die katholische Kirche in der Schweiz will die sprachliche und kulturelle Vielfalt ihrer Mitglieder stärker in das kirchliche Leben einbeziehen. Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK), die Römisch-Katholische Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ), die die staatskirchenrechtlich organisierten katholischen Körperschaften vertritt, und die Synodalitätskommission vereinbarten, das Vorhaben gemeinsam umzusetzen. Rahmen dafür bildete der dritten Synodalitätstag im Kloster Fischingen, der sich am Mittwoch dem Projekt "Vielsprachig katholisch" widmete.
Ab Oktober sollen in den Schweizer Diözesen, anderssprachigen katholischen Gemeindem, Ordensgemeinschaften und kirchlichen Verbänden Gespräche über die Erfahrungen und Bedürfnisse der unterschiedlichen Sprach- und Kulturgruppen beginnen. Besonderes Augenmerk soll auf die Beteiligung von Katholiken mit Migrationsgeschichte gelegt werden. Nach dem Willen der Initiatoren soll dabei nicht nur "über Migrantinnen und Migranten gesprochen werden, sondern gemeinsam mit ihnen".
Bis Ende März 2027 sollen die Ergebnisse der Gespräche auf Diözesanebene zusammengeführt werden. Anschließend ist eine gesamtschweizerische Phase geplant, in der konkrete Perspektiven und mögliche Maßnahmen für eine mehrsprachige Kirche entwickelt werden. Beim vierten Synodalitätstag im Dezember 2027 in Genf sollen dazu Beratungen und Beschlüsse folgen.
Der Synodalitätstag diente außerdem dem Austausch über die bisherigen Erfahrungen mit dem synodalen Prozess in den Schweizer Diözesen. Nach Angaben der Veranstalter wird Synodalität bereits auf unterschiedlichen Ebenen und in verschiedenen Formen praktiziert. Das Projekt "Vielsprachig katholisch" soll an diese Erfahrungen anknüpfen und sie über die bestehenden kirchlichen Strukturen hinaus zusammenführen.
Der Schweizer Prozess ist Teil des weltweiten synodalen Prozesses der katholischen Kirche. Bis Juni 2027 sollen die Diözesen erste Berichte nach Rom übermitteln. Für Anfang 2028 ist eine europäische Kirchenversammlung vorgesehen, im April soll ein kontinentaler Bericht an das Synodensekretariat des Heiligen Stuhls erstellt werden. Die weltweite Kirchenversammlung ist für Oktober 2028 geplant.