Papst Leo XIV. trifft Missbrauchsbetroffene in Lourdes
27.09.202621:30
Frankreich/Papst/Kirche/Missbrauch
Am dritten Tag seiner Frankreichreise hat der Papst mit sieben Missbrauchsopfern gesprochen
Lourdes, 27.09.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hat in Lourdes mit sieben Betroffenen sexuellen Missbrauchs durch katholische Geistliche gesprochen. Wie der Vatikan am Sonntagabend mitteilte, fanden die Gespräche mit den vier Männern und drei Frauen nacheinander einzeln statt. Sie dauerten insgesamt etwa 90 Minuten. Danach habe es eine gemeinsame Begegnung der Betroffenen mit dem Papst gegeben. Ort der Gespräche war das bischöfliche Haus in Lourdes.
In der Mitteilung heißt es weiter, der Papst habe die Geschichte und das Leiden jeder einzelnen betroffenen Person angehört. Zudem habe er mit ihnen über ihre Vorschläge gesprochen, um derartige Verbrechen künftig zu verhindern. Mit einigen habe er auch kurz gebetet.
Bei dem gemeinsamen Treffen habe Leo XIV. schließlich zum Ausdruck gebracht, dass er allen Missbrauchsbetroffenen nahe sei. Er hoffe, daran mitwirken zu können, dass die Gemeinschaft der Gläubigen ein Ort sein könne, wo Männer und Frauen jeden Alters Trost und Heilung finden können. Er habe die Anwesenden gebeten, für ihn zu beten und sie gesegnet.
Einige Teilnehmer äußerten sich anschließend in einem Pressegespräch. Einer bescheinigte dem Papst, dass er es offenbar ernst meine. Es sei eine sehr emotionale Begegnung gewesen. Ein anderer Betroffener sagte, er habe den Eindruck, dass Leo XIV. sehr engagiert und entschieden an dem Problem arbeite.
Ein weiterer Teilnehmer berichtete, man habe über Maßnahmen zur Prävention und eine "veränderte Kultur auf allen Ebenen" gesprochen. Der Papst sei überzeugt, dass das Problem eine systemische Dimension habe, die noch nicht überwunden sei. Die Kirche in Frankreich habe da noch viel Arbeit vor sich.