Seit fast 170 Jahren ziehen Pilger jeden Abend mit Kerzen durch den heiligen Bezirk des weltbekannten Marienwallfahrtsortes
Lourdes, 28.09.2026 (KAP) Unzählige Kerzen erleuchtete am Sonntagabend im französischen Wallfahrtsort Lourdes, während Papst Leo XIV. die traditionsreiche Lichterprozession über die riesige Esplanade vor der Rosenkranzbasilika anführte. Insgesamt 18 Mal soll in Lourdes die Muttergottes dem 14-jährigen Hirtenmädchen Bernadette Soubirous im Jahr 1858 erschienen sein und selbst um die Prozession gebeten haben.
"Wie bewegend ist es, zu sehen, wie das Gottesvolk über Generationen hinweg mit Liebe und Vertrauen auf die liebevolle Einladung der Jungfrau Maria antwortet", sagte der Papst vor rund 50.000 Gläubigen. "Wie tröstlich ist es, Christen innig und gläubig Lieder singen zu hören und zu sehen, wie sie mit einer Kerze in der Hand auf ihre himmlische Mutter zugehen, die Mutter, die Jesus am Kreuz auch uns zur Mutter gegeben hat."
Seit fast 170 Jahren findet die Prozession jeden Abend statt; lediglich in den Wintermonaten wird sie ausgesetzt. Begleitet von Rosenkranzgebeten in verschiedenen Sprachen und dem bekannten Lourdes-Lied gilt sie als der atmosphärische Höhepunkt eines jeden Wallfahrtstages. Jahr für Jahr reisen Millionen Pilger, darunter auch Zehntausende Kranke und Menschen mit Behinderung, die auf Heilung hoffen, zu der Pilgerstätte am Fuß der Pyrenäen.
"Licht der Hoffnung"
"Dieses Licht, das uns leitet und anzieht, ist das Licht der Hoffnung, das uns auf unserem Lebensweg nie verlässt", fuhr Leo XIV. fort. "Dieser ist zwar oft gesäumt von Prüfungen, aber auch schon durchdrungen von der Freude darüber, dass wir von Jesus geliebte und erlöste Kinder Gottes sind."
Kranke Menschen seien besondere Zeugen dieser Verwandlung des Lebens durch den Glauben und die Liebe zu Gott und den Mitmenschen. "Um das wirklich zu verstehen, muss man hierherkommen und gemeinsam mit euch, liebe Kranke, an dieser Prozession teilnehmen", sagte der Papst. "Die Leiden der gegenwärtigen Zeit bedeuten nichts im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll. Wir sind also gerufen, unseren Weg treu fortzusetzen, immer weiter, solange uns noch Lebenstage auf dieser Welt geschenkt sind."
In Lourdes, dem größten katholischen Wallfahrtsort Europas, war Papst Leo am Samstagabend angekommen und hatte an der Grotte von Massabielle gebetet. Am Sonntag feierte er dort die Heilige Messe und traf Kranke, später auch Missbrauchsopfer. Am Montag beendet Papst Leo seine viertägige Frankreichreise mit einer Etappe in Metz.