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Interreligiöses Treffen mit Papst Leo XIV. in Metz
Bild Copyright: © Vatican Media

Papst ruft Religionen in Europa zu gemeinsamem Friedenseinsatz auf

28.09.2026 11:09
(zuletzt bearbeitet am 28.09.2026 um 13:50 Uhr)
Frankreich/Vatikan/Papst/Religion/Gesellschaft/Religionsdialog/Konflikte/Frieden
Christen, Muslime, Juden und Buddhisten unterzeichnen beim Papstbesuch in Frankreich den "Aufruf von Metz" - Papst betont: Religiöse Rechtfertigung von Gewalt entweiht den Namen Gottes
Metz, 28.09.2026 (KAP) Papst Leo XIV. fordert von Religionen einen gemeinsamen Einsatz für Menschenwürde und Frieden. Sich auf den Namen Gottes zu berufen, um Gewalt oder Unterdrückung zu legitimieren, stelle eine Entweihung dieses Namens dar, sagte er bei einem interreligiösen Treffen am Montag in Metz in Frankreich. "Nichts, was die Menschenwürde entstellt, kann sich auf wahre göttliche Eingebung berufen."

Von den Religionsvertretern forderte er, sich für eine Kunst der Begegnung starkzumachen, die das direkte Gegenteil von Aggressivität und Gewalt sei. "Der religiöse Diskurs muss stets dazu aufrufen, die Herzen und die Worte zu entwaffnen", so Leo XIV.

"Als religiöse Frauen und Männer ist es unsere gemeinsame Verantwortung, (...) Zeugnis davon zu geben, dass es, über alle Grenzen hinweg, stets möglich ist, einander zu begegnen, Freundschaften zu schließen und Frieden zu stiften", so der Papst: "Der Dialog nimmt uns nichts von unserer Identität, sondern bringt sie in Einfachheit und Wahrheit zum Ausdruck, wenn sie sich der Andersartigkeit des anderen öffnet."

Gemeinsamer "Aufruf von Metz"

Direkt vor der Ansprache des Papstes unterzeichneten Spitzenvertreter von Christen, Muslimen, Juden und Buddhisten in Frankreich im Beisein von Leo XIV. einen gemeinsamen "Aufruf von Metz". "In einer Welt, die leidet und sich allzu oft spaltet, rufen uns unsere religiösen Traditionen dazu auf, Wächter zu sein, auf die Würde jedes Einzelnen zu achten, uns nicht mit Gewalt abzufinden, für Gerechtigkeit einzutreten und im Dienste des Friedens zu handeln", heißt es in dem Text, den Angehörige der beteiligten Religionen und Konfessionen im Wechsel vortrugen.

Ausdrücklich wird jede Form von Diskriminierung, Hassrede und Ausgrenzung verurteilt, die den Zusammenhalt zwischen Individuen und Nationen zerstörten. "Insbesondere in Frankreich sind wir empört über das Wiederaufleben von Angriffen auf Einzelpersonen oder Gotteshäuser aufgrund ihrer Herkunft oder ihres Glaubens." Weder der Name Gottes noch irgendeine religiöse Wahrheit oder spirituelle Tradition dürfe zur Rechtfertigung von Gewalt und Hass missbraucht werden. Es gelte vielmehr "zum Dialog zu erziehen, um Frieden zu schaffen".

Man dürfe sich nicht mit der Zunahme von Kriegen und Gewalt abfinden, die das Völkerrecht bedrohe; Ungleichheiten verschärften sich, das ökologische Gleichgewicht gerate aus den Fugen, technologische Umwälzungen stellten grundlegende Werte auf den Kopf. "Diese Erschütterungen beunruhigen uns, rufen uns aber auch zu noch mehr Handeln auf", so die Vertreter des 2010 gegründeten Bündnisses CRCF - Conférence des Responsables de Culte en France.

Unterzeichnet wurde der Aufruf vom Vorsitzenden der katholischen Französischen Bischofskonferenz, Kardinal Jean-Marc Aveline, dem Rektor der Großen Moschee von Paris Chems-Eddine Hafiz und Frankreichs Oberrabbiner Haim Korsia. Auch Christian Krieger, Präsident der Französischen Protestantischen Föderation, der griechisch-orthodoxe Metropolit Dimitrios (Ploumis) und Antony Boussemart vom Dachverband der buddhistischen Gemeinden in Frankreich, traten zur Unterzeichnung des Aufrufs an ein Podium.

Papst: Leben schützen und Jugend Orientierung geben

Der religiöse Einsatz für Frieden und Geschwisterlichkeit drücke sich zudem im Schutz des Lebens aus, auch in schwierigen Zeiten und bis zu seinem Ende, führte Papst Leo XIV. in seiner kurzen Ansprache außerdem aus. "Die Größe einer Zivilisation misst sich nicht an ihren materiellen Errungenschaften, sondern daran, wie sie sich um den Menschen kümmert, ihn schützt und ihn fördert."

Abschließend rief Leo XIV. die Religionsvertreter dazu auf, insbesondere jungen Menschen feste Orientierungspunkte für den Aufbau einer Gemeinschaft zu bieten, die die Würde jedes Menschen achte und zur Geltung bringe.

(Themenpaket mit allen Meldungen zur Papstreise nach Frankreich abrufbar unter www.kathpress.at/Papst-Leo-in-Frankreich)
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