Papst: Sexueller Missbrauch in erster Linie ein menschliches Problem
28.09.202623:07
Vatikan/Papst/Kirche/Missbrauch
Leo XIV. will im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche nicht von einem systemischen Missbrauch sprechen - Zugleich betont er eine besondere Verantwortung der Kirche für die Betroffenen
Rom, 28.09.2026 (KAP) Papst Leo XIV. will den Begriff eines systemischen Missbrauchs in der katholischen Kirche vermeiden. Es gebe zwar einige Organisationen innerhalb der Kirche, die "zuweilen - wenn man so will -" als System missbräuchlich gehandelt haben, sagte der Papst vor Journalisten auf dem Rückflug von Metz nach Rom am Montagabend. "Aber ich halte es für wichtig, hier zu unterscheiden: Sexueller Missbrauch ist in erster Linie ein menschliches Problem."
"Wenn so etwas passiert - gerade innerhalb der Kirche -, kommt tatsächlich noch eine ganz andere Dimension hinzu, weil das Glaubensleben der Menschen tief verwundet und manchmal sogar zerstört wird", so Leo XIV. Daher trage die Kirche eine besondere Verantwortung, die Betroffenen zu begleiten und ihnen zu helfen, Heilung zu finden.
Persönliches Treffen mit Betroffenen
Papst Leo XIV. äußerte sich auf eine Frage nach dem Treffen mit Opfern sexuellen Missbrauchs durch katholische Geistliche. Am Sonntagabend hatte er im französischen Lourdes mit sieben Betroffenen persönlich gesprochen. Er habe sie dabei gebeten, "mir dabei zu helfen, anderen Opfern die Bereitschaft von mir persönlich und der Kirche zu vermitteln, ihnen zuzuhören und sie auf ihrem Weg der Heilung zu begleiten, wobei wir den Schmerz anerkennen, der in ihrem Leben durch Missbrauchsfälle verursacht wurde".
In diesem Zusammenhang habe er auch mit ihnen darüber gesprochen, dass die Kirche in gewisser Weise als verantwortlich angesehen wird. "Aber gleichzeitig, so glaube ich, ist ein wichtiger Teil, ihnen zu helfen, Heilung zu finden."