Neuer Nuntius in Deutschland: Vielfalt bringt auch Spannungen
29.09.202612:04
Deutschland/Vatikan/Kirche/Bischofskonferenz
Papstbotschafter van Megen erstmals bei Vollversammlung der deutschen Bischöfe
Fulda, 29.09.2026 (KAP/KNA) Der neue Papstbotschafter in Deutschland, Nuntius Hubertus van Megen, hat auf Probleme infolge kultureller Vielfalt hingewiesen. "Die Zeit, in der Deutschland als das Land einer weitgehend homogenen Nation wahrgenommen wurde, scheint in vieler Hinsicht vorüber zu sein", sagte er laut Nachrichtenagentur KNA am Montag in Fulda. Die Vielfalt kultureller Prägungen und Wertvorstellungen werde oft als Buntheit gefeiert. "Sie bringt jedoch zugleich Herausforderungen und Spannungen mit sich."
Zum Auftakt der Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz betonte der Nuntius, es komme darauf an, niemanden auszuschließen. Dies gelte auch für die katholische Kirche und ihre Weltsynode.
Bei Synodalität niemanden zurücklassen
Das griechische Wort "Synodos" bedeute, gemeinsam auf dem Weg zu sein. "Deshalb kann Synodalität niemals das Anliegen einzelner Gruppen allein sein, während andere zurückbleiben", sagte Erzbischof van Megen in seinem Grußwort. Die Kirche in Europa habe auch keinen Vorrang gegenüber Ortskirchen in Afrika oder anderswo. Das Papstamt und die Eucharistie bildeten die Säulen der kirchlichen Einheit.
Die katholischen Bischöfe Deutschlands beraten bis Donnerstag in Fulda unter anderem über ethische Fragen zu Leihmutterschaft, Organspende und Suizid-Beihilfe. Es geht zudem um die Gefahren und Chancen Künstlicher Intelligenz. Auch der Dialogprozess zur Zukunft der Kirche in Deutschland - der Synodale Weg - steht auf dem Programm.
Erzbischof van Megen verweist im KNA-Interview auf klare Haltung der deutschen Bischöfe zur Unvereinbarkeit der in Teilen rechtsextremen AfD mit dem Christentum, betont aber gleichzeitig die Notwendigkeit das Gespräch mit deren Wählern zu suchen - Nuntius über "Synodalen Weg": Kirche in Deutschland "läuft immer ein bisschen voraus"