Polen: Bei Messerangriff in Kloster getöteter Priester beigesetzt
29.09.202615:12
Polen/Kirche/Kriminalität
Angriff im Kloster von Jaroslaw hatte international Entsetzen ausgelöst
Warschau, 29.09.2026 (KAP) Der vergangene Woche bei einem Messerangriff in einem Kloster im Osten Polens getötete katholische Priester Stanislaw Zbojnowicz ist am Dienstag beigesetzt worden. Angehörige, Freunde und Gläubige feierten in der Pfarrkirche von Grzeska mit Weihbischof Stanislaw Jamrozek aus der Erzdiözese Przemysl den Begräbnisgottesdienst. Bereits am Montag hatte Erzbischof Adam Szal im Kloster von Jaroslaw einer Seelenmesse für den im Alter von 67 Jahren getöteten Geistlichen vorgestanden, berichten polnische Medien.
Ein 31-jähriger Ukrainer hatte den Rektor der Klosterkirche der Benediktinerinnenabtei von Jaroslaw am 24. September erstochen. Bei dem Angriff wurden vier weitere Menschen, unter ihnen zwei weitere Priester, teils lebensbedrohlich verletzt. Die Staatsanwaltschaft beantragte für den Mann Untersuchungshaft in einer psychiatrischen Klinik. Von Sachverständigen festgestellte "Symptome einer psychischen Erkrankung" bei dem Festgenommenen hätten vorerst keine Vernehmung zu der Tat und ihren Motiven zugelassen, hieß es zu Wochenbeginn.
Der Fall hatte international Entsetzen ausgelöst und bekam auch vor dem Hintergrund der jüngsten Spannungen in den polnisch-ukrainischen Beziehungen besondere Aufmerksamkeit. Primas-Erzbischof Wojciech Polak bat eindringlich darum, "dass dieser kriminelle Akt eines einzelnen Menschen in unseren Herzen keinen Hass und keine Abneigung gegenüber unseren Schwestern und Brüdern aus der Ukraine hervorruft". Auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und die Bischöfe der Ukraine verurteilten das Verbrechen und sprachen den Opfern und ihren Angehörigen ihr Mitgefühl aus.
Verletzter Priester: "Wir vergeben!"
"Von diesem Ort aus möchte ich als Jünger Jesu Christi ganz klar sagen, in meinem eigenen Namen, im Namen von Pater Marek und im Namen von Pater Stanislaw: Wir vergeben!", sagte der bei der Tat ebenfalls verletzten Priester Adrian Mantykiewicz am vergangenen Samstag bei einem von einem Schweigemarsch begleiteten Gedenkgottesdienst.
Mit verbundenem Kopf und bei dem Angriff erlittenen Gesichtsverletzungen appellierte Mantykiewicz zudem, nicht das Herkunftsland des Angreifers zu beschuldigen. "Das Böse wurde von einer konkreten Person begangen, die ihren eigenen Namen und ihr eigenes Leben hat und für ihre eigenen Taten verantwortlich ist", sagte der Priester laut Pressedienst Fides.