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Forscher wollen Gebets-App "Hallow" wissenschaftlich untersuchen

29.09.2026 15:39
Deutschland/USA/Forschung/Hochschule/Religion/Kirche/Informationstechnologie
Verhältnis von Technik und Glauben im Mittelpunkt des Forschungsprojekts an der Universität Passau
Passau, 29.09.2026 (KAP/KNA) Ein Team der Universität Passau will der Gebets-App "Hallow" wissenschaftlich auf den Grund gehen. Das teilte die Uni laut Nachrichtenagentur KNA am Dienstag mit. "Im Mittelpunkt steht die Frage, wie digitale Technologien und Künstliche Intelligenz die Vermittlung christlicher Glaubensinhalte, religiöse Praxis und das Verständnis des Glaubens verändern", sagte Markus Weißer, Professor für Dogmatische Theologie und theologische Gegenwartsfragen von der katholischen Fakultät

Dazu plant das Forschungsteam die in die App integrierte KI "Magisterium AI" in den Blick zu nehmen. Diese simuliert laut Angaben das Lehramt der katholischen Kirche und will Antworten auf Glaubensfragen geben. Ob die KI tatsächlich exakt das Lehramt der Kirche abbildet, möchte das Team um Weißer prüfen.

Zudem soll es darum gehen, wie in der App versucht wird, Religiosität zu messen. So kann der Nutzer verfolgen, ob er seine täglichen Gebetsziele und andere Routinen einhält. Diese Formen hätten das Ziel, Selbstoptimierung und Leistungsorientierung in das persönliche Gebetsleben zu integrieren, sagt Weißer. Kritisch sieht er auch, dass pastorale Begleitung in ein marktwirtschaftliches Modell überführt werde, das Spiritualität als Produktpaket verkaufe.

Die App präsentiert sich als "Die Nummer 1-App für katholische Meditation und Gebet". Nach eigenen Angaben erreicht sie mehrere Millionen Menschen weltweit. Zu den Investoren gehören der Tech-Unternehmer Peter Thiel und US-Vizepräsident James David Vance, die 40 Millionen US-Dollar in die App investierten.

Während Vance als Katholik wiederholt Meinungsverschiedenheiten mit dem Vatikan etwa in der Migrationspolitik eingeräumt hat, betonte er dennoch ein respektvolles Verhältnis zu Leo XIV. Thiel äußerte zuletzt scharfe Kritik an der KI-Politik des Papstes. Der Tech-Unternehmer warf dem Kirchenoberhaupt vor, mit Forderungen nach einer stärkeren Regulierung Künstlicher Intelligenz faktisch chinesischen Interessen zu nutzen.

Im Umfeld der US-Präsidentschaftswahl 2024 wurde Hallow auch als Plattform zur Ansprache religiös-konservativer und katholischer Wähler diskutiert. Kritiker warfen den Machern hinter der App vor, sich in den Präsidentschaftswahlkampf eingemischt zu haben. Die Betreiber selbst betonen, Menschen unabhängig von ihrer politischen Ausrichtung erreichen zu wollen.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das ab Oktober laufende Projekt für drei Jahre und stellt dafür 515.000 Euro zur Verfügung.
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