Europäischer Kongress in Marseille: 250 Fachleute und Menschen mit Unterstützungsbedarf diskutieren Weiterentwicklung von Maßnahmen in Europa
Marseille, 30.09.2026 (KAP) Wie Menschen mit Unterstützungsbedarf ihr Leben möglichst selbstbestimmt gestalten und gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, wird derzeit beim 2. Europäischen Kongress für Soziale Inklusion in Marseille diskutiert. Veranstalter ist Hospitality Europe, das europäische Netzwerk der Barmherzigen Brüder vom Heiligen Johannes von Gott und der Hospitalschwestern vom Heiligsten Herzen Jesu. Rund 250 Fachleute, Führungskräfte, Ordensangehörige, Mitarbeitende, Ehrenamtliche und Menschen, die selbst Angebote sozialer Einrichtungen des Ordens nutzen, nehmen am Mittwoch und Donnerstag an dem Treffen teil und diskutieren, wie soziale Inklusion in Europa konkret weiterentwickelt werden kann.
Unter dem Motto "Lived Inclusion", zu Deutsch "gelebte Inklusion", geht es nicht allein um fachliche Konzepte, sondern um die Frage, wie Menschen mit Behinderung tatsächlich mehr Einfluss auf ihr eigenes Leben erhalten können, hieß es in einer Aussendung der Barmherzigen Brüder der Ordensprovinz Europa Mitte am Mittwoch, zu der die Barmherzigen Brüder in Deutschland, Österreich, Tschechien, Ungarn und der Slowakei gehören. Die gemeinsame Provinz entstand 2025 aus dem Zusammengehen der früheren Bayerischen und Österreichischen Ordensprovinz und zählt heute fast 25.000 Mitarbeitende.
Das Kongressprogramm konzentriert sich im heurigen Jahr auf drei zentrale Bereiche: Selbstbestimmung bei individuell gestalteten Unterstützungsleistungen, Selbstbestimmung in Beziehungen und gesellschaftlicher Teilhabe sowie Selbstbestimmung im sozialen Umfeld, im Wohnbereich und im öffentlichen Raum.
Präsentationen, Workshops, Poster und Videobeiträge stellen dazu Beispiele aus mehreren europäischen Ländern vor. Praktische Beispiele und Erfahrungen kommen etwa aus Österreich, Deutschland, Spanien, Italien, Polen, Portugal, Frankreich, Irland, dem Vereinigten Königreich und der Ukraine.
Kongress und Gastgeber
Beim ersten Kongress für Soziale Inklusion im Juni 2023 in Wien standen der Austausch guter Praxis, innovative Formen der Unterstützung, Selbstbestimmung sowie die Überwindung von Stigmatisierung im Mittelpunkt. Ziel des Formats sei es, Menschen mit Unterstützungsbedarf nicht nur zum Gegenstand der Diskussion zu machen, sondern sie selbst auf dem Podium und in den Arbeitsgruppen zu Wort kommen zu lassen. Dabei sollen Erfahrungen über Ländergrenzen hinweg miteinander geteilt und neue Formen der Zusammenarbeit entwickelt werden.
Gastgeberin in Marseille ist die Fondation Saint Jean de Dieu. Die von den Barmherzigen Brüdern in Frankreich gegründete Stiftung begleitet nach eigenen Angaben jährlich mehr als 20.000 Menschen in mehr als 40 Einrichtungen und Diensten.
Hospitality Europe besteht seit 2012 und vertritt die europäischen Gesundheits- und Sozialeinrichtungen der beiden Ordensgemeinschaften der Barmherzigen Brüder und der Hospitalschwestern vom Heiligsten Herzen Jesu. Das Netzwerk umfasst nach eigenen Angaben mehr als 280 Einrichtungen mit rund 77.000 Mitarbeitenden und 7.000 Ehrenamtlichen. Gemeinsam erbringen sie jährlich mehr als 25 Millionen Unterstützungs- und Versorgungsleistungen.