Seitenbereiche:
  • zum Inhalt [Alt+0]
  • zum Hauptmenü [Alt+1]

Hauptmenü schließen
  • Nachrichten
  • Dossier
  • Media
    • Fotos
    • Audios
    • Videos
  • Produkte
  • Redaktion
  • Impressum
  • Kontakt
  • Datenschutz & Cookies
Login
Noch kein Kunde?
Hier finden Sie unsere Produkte

Passwort vergessen?
Hauptmenü anzeigen
Produkte
Produkte
Suche
Login
Inhalt:

Vatikan-Kommission will vollständige Überarbeitung des Kirchenrechts

30.09.2026 15:57
Vatikan/Religion/Christentum/Justiz, Kriminalität/Papst/Rechtsprechung/Kirche/Kirche
"sensus fidei" aller Gläubigen soll künftig systematisch noch vor päpstlicher Unfehlbarkeit im Lehramt stehen
Vatikanstadt, 30.09.2026 (KAP) Eine Vatikan-Kommission fordert langfristig eine vollständige Überarbeitung des Kirchenrechts. Das geht aus dem Bericht einer kanonistischen (kirchenrechtlichen) Studiengruppe hervor, den das Synodensekretariat am Mittwoch veröffentlichte. Papst Franziskus hatte die Gruppe am Rande der Weltsynode (2021-2024) eingesetzt. Die Empfehlungen betreffen sowohl das Gesetzbuch der lateinischen Kirche (CIC) als auch das der katholischen Ostkirchen (CCEO). Sie stammen aus den Jahren 1983 beziehungsweise 1990.

Grundlage der Empfehlungen war der Abschlussbericht der Weltsynode, die sich über mehrere Jahre mit mehr Teilhabe aller Gläubigen in der katholischen Kirche befasste. Vorsitzender der Kommission war der italienische Kurienerzbischof Filippo Iannone, der bis 2025 im Vatikan das Dikasterium für die Gesetzestexte leitete.

Die Experten, darunter die in Erfurt lehrende Kirchenrechtlerin Myriam Wijlens, erarbeiteten zudem Vorschläge für kurzfristige, punktuelle Änderungen der geltenden Vorschriften. Bereits die letzte Versammlung der Weltsynode forderte, bestehende Beteiligungsmöglichkeiten für Laien und insbesondere für Frauen umfassend umzusetzen. Auch die Prüfung der Frage eines Diakonats für Frauen wurde von der Synode vorgeschlagen.

Als Ergänzung der entsprechenden Einzelbestimmungen (Canones) schlagen die Experten nun unter anderem vor, eine gemeinschaftliche Entscheidungsfindung zu fördern, um Ämter und Aufgaben an geeignete Gläubige zu übertragen. Bischöfe sollen zudem verpflichtet werden, bei Fragen zum Wohl der Kirche, die Meinung der Gläubigen anzuhören und Formen gemeinschaftlicher Entscheidungsfindung zu fördern.

Im Kirchenrecht soll der "sensus fidei", also der unfehlbare Glaubenssinn aller Gläubigen, künftig systematisch noch vor der päpstlichen Unfehlbarkeit im Lehramt stehen.

Mehr geeignete Laien

Weitere Vorschläge betreffen Leitung und Ämter in den Ortskirchen. Künftig sollen mehr geeignete Laien als Richter an Bistumsgerichten zugelassen werden, die etwa über Ehenichtigkeitsverfahren entscheiden. Emeritierte Bischöfe sollen ihre Erfahrung in Kommissionen der Bischofskonferenz einbringen können.

Provinzkonzile, also Versammlungen der Bischöfe einer Kirchenprovinz, sollen künftig alle zehn Jahre stattfinden. Bislang werden sie nur abgehalten, wenn es der Mehrheit der Diözesanbischöfe einer Provinz angemessen erscheint. Dieselbe Regel soll für Diözesansynoden gelten, die Beratungsversammlungen eines Bistums.

Pastoralräte sollen nach dem Vorschlag in jeder Diözese und in jeder Pfarre eingerichtet werden. Der Pastoralplan einer Diözese soll regelmäßig von Bischof und Priesterrat, dem Beratungsgremium der Priester, bewertet werden.

Den Bericht, den ein Diözesanbischof alle fünf Jahre dem Papst vorlegen muss, soll er vor der Übermittlung den Gläubigen seiner Diözese zugänglich machen. Auf Diözesan- wie auf Pfarrebene soll zudem jährlich ein Wirtschaftsbericht erstellt werden, der von unabhängigen Wirtschaftsprüfern beglaubigt ist.

Die jetzt veröffentlichten Vorschläge der Kirchenrechts-Kommission richten sich an die zuständigen Vatikanbehörden und an den Papst. Wann und wie sie umgesetzt werden, ist noch nicht entschieden.
zurück

  • Impressum
  • Kontakt
  • Datenschutz & Cookies
Katholische Presseagentur Kathpress
1010 Wien, Singerstraße 7/6/2
Tel: +43 / 1 / 512 52 83


© 1947-2026 KATHPRESS - Katholische Presseagentur Österreich
nach oben springen