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Papst empfängt Aktivisten gegen illegalen Goldabbau im Amazonas

01.10.2026 10:18
Vatikan/Peru/Papst/Umwelt/Bergbau/Wissenschaft/Kriminalität/Giftstoff/Gold und Edelmetall
Begegnung mit Wissenschaftlern aus Peru, Kolumbien und Bolivien wenige Wochen vor der Lateinamerika-Reise, bei der Leo XIV. auch in Amazonasregion Station macht
Vatikanstadt, 01.10.2026 (KAP) Kurz vor seiner Südamerika-Reise hat Papst Leo XIV. am Mittwoch Wissenschaftler und Aktivisten aus Peru, Kolumbien und Bolivien im Vatikan empfangen und sich über die Schäden durch den Goldabbau in der Amazonas-Region und der damit verbundenen Quecksilberbelastung informiert. Bei dem Problem handle es sich um eine "wichtige Angelegenheit", sagte Leo XIV. laut Medienberichten beim Empfang der Delegation.

Die Gruppe übergab dem Papst eine Zusammenfassung einer zehnjährigen Studie des Centro de Innovación Científica Amazónica (CINCIA) zur Umwelt- und Gesundheitskrise im peruanischen Amazonasgebiet. Als deren wichtigster Auslöser gilt der Goldbergbau, "der zum Großteil illegal, ebenso wie die Verwendung von Quecksilber dafür, wie es das Minamata-Übereinkommen festlegt", sagte die peruanische Forscherin Claudia Vega Ruiz.

Das seit 2017 geltende Minamata-Übereinkommen der Vereinten Nationen soll die Verwendung und Freisetzung von Quecksilber begrenzen. Der hochgiftige Stoff kann insbesondere das Nervensystem schädigen. Allein in der Region Madre de Dios gelangten Schätzungen zufolge jährlich rund 180 Tonnen Quecksilbers in die Umwelt und sei mittlerweile überall - "in der Luft, in Fischen, in Fledermäusen, in Vögeln, in Menschen", so Vega.

Der kolumbianische Wissenschaftler Jesús Olivero-Verbel verwies bei der Begegnung mit dem Papst auf die internationale Dimension des Problems. Während Akteure in den Abnehmerländern am Goldhandel verdienten, litten Gemeinden im Amazonas unter "Vernachlässigung, Umweltverschmutzung und tiefer Armut". Beschränkungen und Verbote würden zudem von Schmuggelnetzwerken umgangen. "Die Undurchsichtigkeit der Lieferkette, bei der es schwierig ist, alle Glieder der Produktionskette zurückzuverfolgen, kommt den Geschäftemachern zugute", sagte Olivero-Verbel.

Oscar Campanini vom bolivianischen Centro de Documentación e Información Bolivia (CEDIB) forderte internationale Maßnahmen. Die bisherigen Programme und Instrumente zur Eindämmung der Schäden schritten "viel langsamer voran, als es der Amazonas erfordert". Die Delegation hoffe darauf, dass der Heilige Stuhl den globalen Dialog zum Schutz von "Leben, Würde, Flüssen und Wäldern des Amazonas" fördere, hieß es in italienischen Medien.

Leo XIV. soll bei seiner für 6. bis 17. November geplanten Lateinamerika-Reise den peruanischen Amazonas besuchen. In Pucallpa in der Region Ucayali sind Treffen mit Missionaren, lokalen Gemeinschaften und Vertretern indigener Völker vorgesehen.
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