Diskursreihe von Kirche, Wissenschaft und Frauenbüro widmet sich im Oktober Maria, Geschlechterrollen und Mutterschaft
Linz, 01.10.2026 (KAP) Maria als religiöse Symbolfigur, Mutter Jesu und Frau, deren Geschichte ganz unterschiedlich gelesen werden kann: Die Veranstaltungsreihe "DonnaStage" im Linzer Mariendom widmet sich im Oktober der Frage, wie Vorstellungen von Weiblichkeit und Mutterschaft entstehen und bis heute wirken. Im Mittelpunkt der beiden Abende stehen Maria als religiöse Symbolfigur sowie gesellschaftliche Erwartungen an Mütter. Expertinnen aus Theologie, Wissenschaft und Zivilgesellschaft diskutieren dabei unterschiedliche Perspektiven auf Frauenrollen und Geschlechterbilder.
"DonnaStage ist seit 2024 ein Ort, an dem unterschiedliche Stimmen, Erfahrungen und wissenschaftliche Zugänge miteinander ins Gespräch kommen", erklärt Mitinitiatorin Martina Resch. Anstatt Frauen auf festgelegte Rollenbilder zu reduzieren, wolle die Diskursreihe die Vielfalt von Frauenleben sichtbar machen und unterschiedliche Perspektiven ernst nehmen. Persönliche Entscheidungen und Herausforderungen seien häufig eng mit gesellschaftlichen Strukturen, politischen Rahmenbedingungen und tradierten Erwartungen verbunden. "DonnaStage schafft Raum, diese Zusammenhänge gemeinsam zu reflektieren und offen darüber ins Gespräch zu kommen", so Resch.
Den Auftakt bildet am 13. Oktober im Linzer Domcenter die Veranstaltung "Heilige Maria - Mutter und mehr". Dabei geht es um das emanzipatorische Potenzial der biblischen Maria in Christentum und Islam. Zur Diskussion stehen Vorstellungen von Weiblichkeit und Mutterschaft und "welche neuen Perspektiven entstehen, wenn Maria nicht nur als Idealfigur, sondern als eigenständige und mutige Frau betrachtet wird". Als Expertinnen sprechen Andrea Taschl-Erber, Professorin für neutestamentliche Bibelwissenschaft an der Katholischen Privat-Universität Linz, die evangelische Pfarrerin und Diakonie-Direktorin Maria Katharina Moser sowie die islamische Theologin Canan Bayram.
Am 29. Oktober steht unter dem Titel "Feminismus und Mutterschaft - (un)vereinbar? Ein Gespräch der Generationen" die gesellschaftliche Prägung von Mutterschaft im Fokus. Die Politikwissenschaftlerin und Genderforscherin Marie Reusch von der Universität Gießen spricht über Mutterschaft als gesellschaftlich umkämpftes Terrain. Anschließend diskutieren Florina Platzer von der Beratungsstelle maiz, die Leiterin des Linzer Frauenbüros Abena Carty-Pinner, die Maturantin Lucilla Abermann und Elfi Koblmüller, Leiterin des Fachbereichs Personalverwaltung und Dienstrecht der Diözese Linz.
Initiiert und organisiert wird die Reihe "DonnaStage" von der Kunsthistorikerin Anna Minta von der Katholischen Privat-Universität Linz und der Theologin Martina Resch. Kooperationspartner sind die Katholische Privat-Universität Linz und das Frauenbüro der Stadt Linz. Beide Veranstaltungen beginnen um 19 Uhr und sind bei freiem Eintritt im Domcenter am Linzer Domplatz zugänglich.