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Katharina Renner
Flucht
Bild Copyright: © erzdioezese_wien

Katholische Aktion warnt vor "Entmenschlichung" von Schutzsuchenden

01.10.2026 12:58
Österreich/Kirche/Soziales/Migration/Flüchtlinge/Politik/Medien/Kath. Aktion
KAÖ-Vizepräsidentin Renner: Beim Begriff "Remigration" läuten "Alarmglocken" - Flüchtlinge nicht als "anonyme Masse" darstellen - Kritik an "überproportionalen Kürzungen bei NGOs, die sich für Flüchtlinge einsetzen"
Wien, 01.10.2026 (KAP) Die Katholische Aktion Österreich (KAÖ) fordert die Politik auf, die Arbeit von Organisationen und Freiwilligen für Flüchtlinge zu unterstützen, anstatt finanzielle Mittel zu kürzen und Emotionen zu schüren. Zum "Langen Tag der Flucht" am 2. Oktober warnte KAÖ-Vizepräsidentin Katharina Renner zudem vor einer politischen "Instrumentalisierung und Entmenschlichung" von Schutzsuchenden. Immer seien es "Menschen, über die entschieden wird", erinnerte Renner am Donnerstag in einer Aussendung.

Kritik äußerte die KAÖ auch am Begriff "Remigration", der für die Forderung nach einer Rückführung von Menschen in ihre Herkunftsländer zunehmend Eingang in die politische Debatte findet. "So laut wie Kirchenglocken sollten die Alarmglocken bei allen gläubigen Katholiken läuten", mahnte die Katholische Laienorganisation. Papst Leo XIV. habe dies als "unchristliche Antwort" auf Probleme der Asylpolitik kritisiert. Zwar hätten die Staaten und Staatengemeinschaften das Recht, Regeln für Migration festzulegen, um ungeregelte Zuwanderung zu verhindern. Diese dürften jedoch das Recht auf Asyl nicht verwehren und müssten mit der Europäischen Menschenrechtskonvention vereinbar sein.

Renner wandte sich auch gegen eine mediale Darstellung von Flüchtlingen als "anonyme Masse", wobei das Gesicht des oder der Einzelnen nicht mehr dargestellt werde. Zur Flucht und den damit verbundenen Entbehrungen entschließe sich niemand ohne Not, wies Leiterin der Wiener Pfarrcaritas hin. Flucht sei für die Betroffenen mit großer Not und Gefahren verbunden, und es gelte: "Flucht ist niemals freiwillig und sie ist immer gefährlich." Betroffene seien Menschen mit "Sehnsucht nach Ankommen, Ruhe, Entfaltung und Zukunft".

Engagement würdigen statt Hass schüren

Besorgt zeigte sich die KAÖ-Vizepräsidentin zudem auch darüber, "dass Organisationen, die sich für die gute Aufnahme und Unterstützung für Menschen auf der Flucht einsetzen, überproportional stark unter den finanziellen Kürzungen leiden". Gleichzeitig leisteten zahlreiche Freiwillige und Initiativen mit großem persönlichem Einsatz Unterstützung. Dieses Engagement gelte es zu würdigen und abzusichern.

Die KAÖ erinnerte zum "Langen Tags der Flucht" am 2. Oktober (Freitag) zudem auf die Botschaft des Papstes zum Welttag der Migranten und Flüchtlinge. Leo XIV. nennt darin unter anderem Todesfälle entlang von Migrationsrouten, Menschenhandel, Ausbeutung, sexuelle Gewalt und Zwangsheiraten als Gefahren für Menschen auf der Flucht.
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