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Jugend Eine Welt: 273 Millionen Kinder weltweit ohne Schulbesuch

01.10.2026 15:48
Österreich/Ghana/Kirche/Hilfsorganisation/Entwicklungshilfe/Bildung/Schule/Kind
UNESCO-Weltbildungsbericht: Zugang zu Bildung stagniert - Organisation fordert langfristige Unterstützung für benachteiligte Kinder, um \"finanzielle und soziale Barrieren gleichzeitig abzubauen\"
Wien, 01.10.2026 (KAP) Weltweit besuchen 273 Millionen Kinder und Jugendliche keine Schule. Das geht aus dem aktuellen Weltbildungsbericht 2026 der UNESCO hervor. Damit ist rund jeder sechste junge Mensch vom Bildungssystem ausgeschlossen. Zugleich haben sich die Fortschritte beim Zugang zu Bildung seit 2015 deutlich verlangsamt. Auch ein formaler Zugang zur Schulbildung reiche nicht aus, um Kindern Bildungschancen zu ermöglichen, wies Reinhard Heiserer, Geschäftsführer der österreichischen Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt, hin. Entscheidend seien langfristige Maßnahmen, "die finanzielle und soziale Barrieren gleichzeitig abbauen", warb die Organisation um Spenden für ihre Projekte.

"Bildung überwindet Armut, aber nur dann, wenn wir auch die Hindernisse beseitigen, die Kinder davon abhalten, überhaupt lernen zu können", so Heiserer. Entscheidend sei, ob Kinder regelmäßig die Schule besuchen, dort auch bleiben und schließlich einen Abschluss machen. Vor allem in Ländern in Subsahara-Afrika sowie in Zentral- und Südasien sei die Gefahr, dass Schülerinnen und Schüler die Schule abbrechen, groß.

Die Gründe dafür seien unterschiedlich und reichten von mangelnden finanziellen Mitteln der Eltern über die fehlende Wertschätzung der Bedeutung von Schulbildung bis hin zu regionalen Gegebenheiten wie dem Ausbruch kriegerischer Konflikte oder dem Zwang zu Kinderarbeit, um die Familie über Wasser zu halten.

Laut UNESCO-Weltbildungsbericht 2026 könne nachhaltiger Bildungsfortschritt nicht durch einzelne kurzfristige Projekte entstehen. Es brauche langfristige Investitionen und ein funktionierendes und vertrauenswürdiges Zusammenspiel zwischen Institutionen bzw. Projektpartnern. Konkret nennt Jugend Eine Welt Maßnahmen wie kostenlose Schulmahlzeiten oder zusätzliche Fördermöglichkeiten wie Stipendien, Fahrtkostenzuschüsse, aber auch regelmäßige Gesundheitschecks. "Oft sind gerade solche Zusatzangebote für die Eltern ausschlaggebend, ihre Kinder doch in die Schule zu schicken", so Heiserer.

Wie wirksam solche Angebote seien, zeige ein von Jugend Eine Welt unterstütztes Schulprojekt in Kulmasa, einem abgelegenen Dorf in der Savannah-Region im Norden Ghanas. Dort finanziert die Entwicklungshilfeorganisation durch die Hilfe von österreichischen Partnern rund 600 Schülerinnen und Schülern einer Volksschule täglich eine warme Mahlzeit. "Seitdem dieses Zusatzangebot ermöglicht wurde, ist die Schulabbruchrate deutlich gesunken. Gleichzeitig hat die Zahl der Schulkinder deutlich zugenommen", berichtete Heiserer.

Jugend Eine Welt unterstützt Bildungs- und Sozialprojekte in Lateinamerika, Afrika, Asien und Osteuropa. In den Projekten für Straßenkinder gehe es neben dem Schulbesuch zunächst auch um Unterkunft, Ernährung, Gesundheitsversorgung und psychosoziale Betreuung. Danach würden den Jugendlichen unter anderem Berufsausbildungen ermöglicht.

(Info: Jugend Eine Welt-Spendenkonto: AT66 3600 0000 0002 4000; Onlinespenden unter www.jugendeinewelt.at/spenden; Global Education Monitoring Report: https://unesdoc.unesco.org/ark:/48223/pf0000397618)
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