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Neuer Franziskanischer Berufungsweg soll Orientierung schenken

02.10.2026 15:19
Österreich/Kirche/Glaube/Religion/Orden/Berufung
Fünf Termine von Jänner bis Juni 2027 für junge Erwachsene zwischen 18 und 40 Jahren bieten Hilfe bei der Suche nach eigener Berufung
Wien, 02.10.2026 (KAP) Der neue "Franziskanische Berufungsweg" will jungen Erwachsenen Orientierung bei der Suche nach ihrer Berufung geben. Von Jänner bis Juni 2027 stehen fünf Termine bei unterschiedlichen franziskanischen Gemeinschaften in Österreich auf dem Programm. Ziel sei "grundsätzlich eine Perspektive für den eigenen Lebensweg zu finden", erklärt der Franziskaner Br. Karl Schnepps, neuer Leiter des Berufungsweges, in der aktuellen Episode von "Orden on air". Für viele junge Menschen sei die Sinnsuche ein starkes Thema im Leben, betonte Sr. Helena Fürst, ehemalige Teilnehmerin des früheren "franziskanischen Berufungsjahrs". Eine solche Erfahrung sei darum nie "verlorene Zeit", auch wenn am Ende noch gar nicht klar sei, wohin der Weg führe.

Im Mittelpunkt steht das Thema Berufung. Es gehe bei dem neuen Format aber nicht darum, möglichst viele junge Menschen für ein Ordensleben zu gewinnen, betonte Schnepps. Auch in den vorigen Jahren hätten die wenigsten Teilnehmer einen Weg in den Orden gefunden, "aber für ihren eigenen Lebensweg mehr Klarheit gefunden". Mit seiner Berufung gerungen habe auch der Ordensgründer, der heilige Franziskus: Ritter-Sein, das Geschäft seines Vaters übernehmen oder doch einen ganz anderen Weg einschlagen? Dieses "Ringen um einen Lebensweg" treffe auch heute noch den Nerv vieler junger Erwachsener, so Schnepps.

Eine, deren Weg tatsächlich in einen Orden geführt hat, ist Sr. Helena Fürst. Die heutige Elisabethine war selbst Teilnehmerin und damals mit der Frage beschäftigt, ob und welches Ordensleben für sie passen könnte. Das Berufungsjahr habe "deshalb wie die Faust aufs Auge gepasst": Sie konnte in einem organisierten Rahmen die Gemeinschaften kennenlernen und sich mit anderen Menschen austauschen, die ähnliche Fragen beschäftigen. "Es ist wirklich wertvoll, Menschen zu treffen, die die gleichen Fragen haben und die man im Alltag vielleicht so nicht um sich hat", erinnert sie sich. Das gemeinsame Suchen verbinde; bei ihr seien Freundschaften entstanden, die bis heute halten.

"Umwege erweitern die Ortskenntnisse"

Während ihrer Teilnahme habe Fürst "eine große Freiheit, eine große Offenheit" erlebt, sich mit den eigenen Lebensthemen auseinanderzusetzen - unabhängig davon, wohin es sie letztlich führe. Wichtig sei dabei auch die Gemeinschaft mit anderen jungen Erwachsenen gewesen. Im Podcast riet sie dazu, bei der Suche nach dem eigenen Weg auch den Mut zu haben, Dinge auszuprobieren: "Einfach den Mut zu fassen, es einfach mal zu machen. Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass es nicht passt und ein Wochenende vergeudet ist." Und außerdem: "Umwege erweitern die Ortskenntnisse."

Fünf franziskanische Gemeinschaften

"Eine Lebensform lernt man nur kennen, wenn man die Menschen dort kennenlernt und ein Stück ihres Weges mitgehen kann", sagte auch Schnepps. Beim Franziskanischen Berufungsweg stehen fünf Termine bei unterschiedlichen franziskanischen Gemeinschaften auf dem Programm. Die franziskanische Familie sei groß und vielfältig. Es gebe eine große Bandbreite zwischen Verkündigung und Kontemplation.

Was die verschiedenen Gemeinschaften verbinde, sei der heilige Franziskus. Und dieser sei auch noch "erstaunlich aktuell". Er stehe für Einfachheit und "Verankerung im Glauben und Gemeinschaft" in einer Welt voller Möglichkeiten. "Wir sind heute viel unterwegs und haben alles Mögliche gesehen. Da ist es die große Kunst, sich nicht zu verlieren, sondern immer noch irgendwo eine Heimat zu haben", so Schnepps.

Der Podcast "Orden on Air" der Ordensgemeinschaften Österreich ist auf allen größeren Audioplattformen zu finden. (Infos: www.ordensgemeinschaften.at)
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