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Katechismus der Katholischen Kirche
Todesstrafe
Bild Copyright: © Henning Klingen / Kathpress

Medien: Papst bat um Aussetzung der Todesstrafe für Christa Pike

02.10.2026 12:08
USA/Vatikan/Italien/Papst/Justiz/Todesstrafe
Gesuch blieb laut "La Repubblica" ohne Reaktion - Tennessees Bischöfen appellieren an Gouverneur
Rom/Washington, 02.10.2026 (KAP) Papst Leo XIV. soll um Aussetzung der Todesstrafe für die in den USA verurteilte Mörderin Christa Pike gebeten haben. Sein Gesuch, das der Vatikan deutlich vor der am Donnerstag gescheiterten Hinrichtung gestellt habe, blieb jedoch ohne Reaktion, wie die italienische Tageszeitung "La Repubblica" am Freitag berichtete.

Der Heilige Stuhl lehnt die Todesstrafe grundsätzlich ab. Dazu änderte Papst Franziskus (2013-2025) 2018 den Katechismus der katholischen Kirche. Daher gab es schon früher in ähnlichen Fällen Gesuche, Hinrichtungen nicht zu vollstrecken. Diese blieben häufig ohne direkte Reaktion oder wurden nicht öffentlich bekannt.

Die Initiative des ersten in den USA geborenen Papstes gewinne jedoch angesichts des dramatischen Verlaufs im Todestrakt von Tennessee deutlich mehr Gewicht, so die Zeitung. Der tragische Verlauf habe der Problematik neue Dringlichkeit verliehen und die Unmenschlichkeit der Todesstrafe vor Augen geführt, hieß es.

Auch nach der am Donnerstag gescheiterten Hinrichtung hat das Gnadengesuch des Papstes weiterhin Geltung. Leo XIV., 1955 als Robert Francis Prevost in Chicago geboren, ist der erste Papst US-amerikanischer Herkunft.

Appell von Tennessees Bischöfen

Die damals 18-jährige Pike hatte 1995 die 19-jährige Colleen Slemmer getötet und wurde wegen Mordes zum Tode verurteilt. Bei der geplanten Hinrichtung am Mittwochabend überlebte Pike zwei Giftspritzen. Sie befindet sich nach Angaben ihrer Anwälte in einem lebensbedrohlichen Zustand im Krankenhaus. Tennessees republikanischer Gouverneur Bill Lee, der zuvor noch eine Begnadigung abgelehnt hatte, ordnete mittlerweile an, dass der Fall überprüft wird und in diesem Jahr keine weitere Hinrichtung mehr stattfindet.

Die katholischen und protestantischen Bischöfe im Bundesstaat Tennessee appellierten erneut an den Gouverneur, die Todesstrafe für Pike in lebenslange Haft umzuwandeln. Eine solche Bitte schmälere weder den Blick auf die Schwere des von ihr verübten Verbrechens und auch nicht die legitime Verantwortung eines Staates, Gewalttäter zur Rechenschaft ziehen, so die Bischöfe in einem am Donnerstag veröffentlichten Schreiben. "Doch Rechenschaftspflicht muss nicht einen weiteren Tod zur Folge haben", mahnte die Kirchenvertreter. Selbst Schwerverbrecher hätten eine Würde, die respektiert werden müsse. Das Streben nach Gerechtigkeit dürfe nicht zur Rache werden.

Gründe für Todesstrafe "nicht existent"

Der 1992 erschienene Katechismus, das Handbuch der katholischen Kirche zur Unterweisung in den Grundfragen des christlichen Glaubens, war bereits vor dem "Reskript" von 2018 mit Blick auf den Abschnitt zur Todesstrafe geändert worden. In der Enzyklika "Evangelium vitae" von 1995 hatte Johannes Paul II. (1978-2005) die Fälle absoluter Notwendigkeit der Todesstrafe als "praktisch nicht existent" bezeichnet.

Seither setzt sich der Heilige Stuhl dafür ein, Hinrichtungen zu stoppen, unter anderem durch diskrete Gnadengesuche für bekannte Fälle wie die der beiden verurteilten Mörder Joseph O'Dell (1997) und Karla Faye Tucker (1998), aber auch für viele weniger bekannte Fälle. Dem Vatikan gehe es dabei nicht um juristische Details der jeweiligen Fälle, sondern um die "Heiligkeit" des menschlichen Lebens. Selbst bei Mördern könne Gerechtigkeit auch auf andere Weise geübt werden.
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