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Kardinal Ouellet will sich für Missbrauchsopfer einsetzen

02.10.2026 16:36
Vatikan/Kanada/Kirche/Leute/Missbrauch
Früherer Präfekt der vatikanischen Bischofsbehörde lobt Papsttreffen mit Missbrauchsbetroffenen in Lourdes
Vatikanstadt, 02.10.2026 (KAP) Der aus Kanada stammende frühere Kurienkardinal Marc Ouellet (82) hat das Treffen des Papstes mit Missbrauchsbetroffenen in Lourdes als "Trost des Friedens" bezeichnet. "Der Papst hat uns ein Beispiel gegeben, und wir müssen diesen Weg fortsetzen" sagte der frühere Präfekt der vatikanischen Bischofsbehörde und ehemalige Erzbischof von Quebec laut dem kirchlichen Portal "Vatican News" bei der Vorstellung eines für April 2027 geplanten Symposiums im Vatikan.

Ouellet betonte, auch er selbst wolle sich dafür engagieren. Wegen gegen ihn persönlich erhobener Vorwürfe sexueller Nötigung hatte Ouellet zuletzt eine Verleumdungsklage gegen die ihn beschuldigende Frau angestrengt. Der zuständige Richter des Obersten Gerichtshofs von Quebec entschied im August zugunsten des Kardinals und verurteilte die Beklagte zur Zahlung von 100.000 Dollar Schadenersatz. Er wertete ihre Darstellungen als nicht glaubwürdig.

"Zweifel vollständig ausgeräumt"

Einen Monat nach dem Urteil erklärte Ouellet nun: "Es war eine sehr schwierige, schmerzhafte Angelegenheit." Er sei der Justiz dankbar, dass sie "jeden Zweifel vollständig ausgeräumt" habe, "denn dies schützt auch die Glaubwürdigkeit der Kirche in ihrem Kampf gegen Missbrauch". Diesen Kampf wolle er "zum Schutz und zur Unterstützung aller Opfer in der Kirche und in der Welt fortsetzen".

Mit Blick auf das anstehende Symposium erläuterte Ouellet, Papst Leo XIV. werde die dreitägige internationale Tagung unter dem Titel "Berufungen und Charismen. Theologie der Gaben für eine missionarische und synodale Kirche" (vom 15. bis 17. April) mit einer Ansprache eröffnen. In akademischen Veranstaltungen würden die biblischen, anthropologischen und historischen Grundlagen der Charismen, die Theologie der Gaben Gottes seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) und die Theologie der missionarischen Berufungspastoral besprochen.

"Kirche auf neue Weise erleben"

Der Kardinal betonte das durch die Synodalität geförderte Wiedererwachen der Mitverantwortung für die Mission der Kirche und ergänzte: "Synodalität bedeutet nicht nur, eine inklusive Art der Organisation kirchlicher Gemeinschaften zu konzipieren, sondern auch, die Kirche auf eine neue Weise zu erleben, indem man eine sakramentale Dimension wiederentdeckt, die bisher nicht ausreichend hervorgehoben wurde."

Ouellet war von 2002 bis 2010 Erzbischof von Quebec. Anschließend leitete er bis April 2023 die Vatikan-Behörde für die Bischofsernennungen. Lange galt er in konservativen Kreisen als potenzieller Papstkandidat.
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