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Papstschreiben 'Amoris laetitia'
Amoris laetitia
Bild Copyright: © ctv

Vatikan gibt Details zu großem Bischofstreffen über Familie bekannt

02.10.2026 15:13
Vatikan/Kirche/Papst/Familie/Konferenzen/Bischöfe
Zehn Jahre nach "Amoris laetitia" richtet der Vatikan den Blick erneut auf Ehe und Familie - Von 7. bis 14. Oktober versammeln sich rund 200 Bischofskonferenz-Vorsitzende, Familien auf Einladung des Papstes in Rom - Aus Österreich ist Erzbischof Lackner dabei
Vatikanstadt, 02.10.2026 (KAP) Der Vatikan hat Einzelheiten zu dem großen Bischofstreffen über Ehe und Familie bekanntgegeben. Vom 7. bis 14. Oktober kommen im Vatikan rund 200 Bischöfe, Familien und Experten zusammen, um über eine zeitgemäße Seelsorge für und mit Familien zu beraten. Schwerpunkt des Treffens, zu dem Papst Leo XIV. die Vorsitzenden aller katholischen Bischofskonferenzen weltweit nach Rom ruft, ist die Frage, wie die katholische Kirche Familien begleiten kann, damit diese den Glauben weitergeben können, hieß es bei der Programmvorstellung am Freitag im Vatikan.

Leo XIV. soll in weiten Teilen an den Sitzungen teilnehmen. Anlass für die Zusammenkunft ist der zehnte Jahrestag der Veröffentlichung des nachsynodalen Schreibens "Amoris laetitia" von Papst Franziskus (2013-2025) in diesem Jahr. Aus Österreich wird sich der Bischofskonferenz-Vorsitzende und Salzburger Erzbischof Franz Lackner an den Beratungen beteiligen. Unter den teilnehmenden Experten ist auch der deutsche Pastoraltheologe Christian Bauer, der bis 2023 an der Universität Innsbruck lehrte.

Beratungen in Kleingruppen und im Plenum

Das Treffen wird im bereits erprobten "synodalen Stil" stattfinden. Nach einem morgendlichen Impuls und einer Einführung in das täglich wechselnde Thema beraten die Teilnehmenden zunächst in 16 Kleingruppen. Am Nachmittag werden die Ergebnisse im Plenum besprochen. Am Ende der Beratungen steht ein zusammenfassender Bericht, der an Papst Leo XIV. übergeben wird. Ein offizielles Abschlussdokument wie zuletzt bei der Weltsynode soll es nicht geben.

Pro Thema ist bei dem Treffen ein kurzer einführender Vortrag eines Bischofs, eines Experten sowie ein Erfahrungsbericht von "Betroffenen", also Eheleuten oder Familien, vorgesehen. Die Themen lauten: "Familien heute: Realität, Schönheit und Herausforderungen", "Junge Menschen und die Entdeckung der Berufung zur Ehe", "Eheleben. Die ersten Ehejahre: Eine entscheidende Zeit", "In den Schwierigkeiten des Lebens: Begleitung und Unterstützung" sowie "Christliche Familien als Subjekte der kirchlichen Mission".

Gambino betont unersetzliche Rolle der Familie

Weltweit gebe es sehr unterschiedliche Situationen und Probleme im Bereich Ehe und Familie, erklärte Prof. Gabriella Gambino, Untersekretärin im Dikasterium für Laien, Familie und Leben und Koordinatorin des Bischofstreffens, am Freitag. Überall jedoch wisse die Kirche um die unersetzliche Rolle von Familien für das kirchliche Leben und den Aufbau von Gesellschaften, die den Menschen achten. "Familien, die in der Lage sind, den Glauben zu vermitteln, sind heute notwendig, um morgen eine Kirche zu haben, die in der Lage ist, Berufungen hervorzubringen und die Welt zu evangelisieren", sagte Gambino.

Bischöfe aus aller Welt äußerten sich bei ihren regelmäßigen Ad-limina-Besuchen in Rom seit langem besorgt über die Schwierigkeiten in der pastoralen Arbeit und die Herausforderungen, mit denen Familien im täglichen Leben konfrontiert sind, so die Vatikanexpertin. In Polen etwa sei die Zahl der kirchlichen Trauungen in den Jahren von 2019 bis 2024 um 45 Prozent zurückgegangen, in Australien sank die Zahl von 88 Prozent im Jahr 1970 auf zuletzt 16 Prozent. Dies mache deutlich "wie dringend es ist, die Entscheidung zur Eheschließung zu begleiten und die Weitergabe des Glaubens in der Familie entschlossener zu fördern", sagte Gambino.

Treffen auf Einladung des Papstes

Laut Organisatoren, federführend die vatikanische Familienbehörde und das Synodensekretariat, werden sich die konkreten Diskussionsgegenstände anhand der Erfahrungsberichte der Bischöfe aus ihren jeweiligen Kontexten ergeben. Einmal am Tag soll jeder von ihnen rund vier Minuten zum jeweiligen Schwerpunktthema sprechen. Anwesend sein werden neben den Spitzen der nationalen Bischofskonferenzen auch jene der mit Rom verbundenen Ostkirchen. Weitere Teilnehmende wurden unter anderem vom Papst selbst eingeladen.

Die Beratungen selbst finden nicht presseöffentlich statt. Die Ansprachen der Bischöfe sollen schriftlich verbreitet werden, zum Schutz der Privatsphäre gilt das nicht für die Zeugnisse der Familien.

Papst Leo XIV. wird zu Beginn der Versammlung am Nachmittag des 7. Oktobers sowie zum Abschluss am Nachmittag des 14. Oktobers sprechen. An diesem Tag leitet er auch die große Abschlussmesse auf dem Petersplatz. Die Leiterin der Päpstlichen Akademie für Sozialwissenschaften, die britische Ordensfrau und Ökonomin, Helen Alford, hält am 7. Oktober eine einführende Meditation für die Teilnehmenden der Versammlung.

(Website zum Treffen: www.amorislaetitia.va)
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