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EU-Außenbeauftragte Kallas beim Papst

02.10.2026 16:31
Vatikan/Europäische Union/Deutschland/Papst/Diplomatie/Kallas/Wadephul
Krieg in der Ukraine, Lage in Nahost und Gefahren der KI als Gesprächsthemen - Kallas würdigt "unerschütterliches" Papst-Engagement für Völkerrecht und sein Eintreten für Menschenwürde - Auch deutscher Außenminister Wadephul im Vatikan
Vatikanstadt, 02.10.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hat am Freitag die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas im Vatikan zu einem Gespräch empfangen. Man habe über Russlands Krieg in der Ukraine und die Notwendigkeit eines gerechten und dauerhaften Friedens gesprochen, schrieb Kallas nach der Begegnung im Vatikan im Kurznachrichtendienst Bluesky. Auch die Lage im Nahen Osten und die dringenden humanitären Bedürfnisse dort waren demnach Thema, ebenso die wachsende Gefahr, die von gesellschaftlicher Polarisierung und der Künstlichen Intelligenz ausgehe, so die Hohe Vertreterin der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik. Ausdrücklich würdigte Kallas den Papst für dessen "unerschütterliches Engagement für das Völkerrecht und den Multilateralismus" sowie für sein deutliches Eintreten für die Menschenwürde.

Vergangenen Montag hatte Papst Leo XIV. in einer lange erwarteten "Europa-Rede" im französischen Metz eindringlich für ein geeintes, friedliches Europa geworben. Gleichzeitig kritisierte er mit Blick auf die internationale Lage "immer barbarischer" werdende Beziehungen zwischen Menschen und zwischen Staaten. Das gegebene Wort werde missachtet, prangerte Leo XIV., stattdessen rühme man sich der Lüge und der Täuschung.

Europa könne dieser Abwärtsspirale ein Ende setzen, betonte der Papst in Metz. Es habe in den vergangenen 80 Jahren "eindrucksvoll" bewiesen, "dass es möglich ist, unterschiedliche Meinungen, Forderungen und Interessen geltend zu machen, indem man sich begegnet, anstatt sich zu bekämpfen". Völkerrecht und Multilateralismus bildeten das beste Gegenmittel gegen jeden Herrschaftswillen, der die Ursache jedes Konflikts sei, sagte Leo XIV.

Auch Wadephul im Vatikan

Im Vatikan war am Freitag auch der deutsche Außenminister Johann Wadephul. Er traf sich mit dem päpstlichen Chefdiplomaten Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin und dem Außenbeauftragten des Papstes, Erzbischof Paul Richard Gallagher. Gallagher habe von seinem jüngsten Russland-Besuch berichtet, schilderte Wadephul laut Katholischer Nachrichten-Agentur (KNA) nach den Gesprächen. Der deutsche Außenminister verurteilte die perfide Kriegsführung Russlands, trotzdem brauche es die Bereitschaft zum Dialog. Er sei sehr dankbar, dass auch der Vatikan den völkerrechtswidrigen Invasionskrieg Russlands von Anfang an verurteilt habe.

"Die Stimme des Vatikan zählt. Sie erreicht Menschen auf der ganzen Welt, gerade im globalen Süden", sagte Wadephul. Auch dort brauche es Rückhalt, damit Russland ernsthaft verhandle. Und auch diese Staaten sollten Russland, etwa mit Blick auf ausbleibende Getreidelieferungen aus der Ukraine, ihre Lage verdeutlichen. "Es liegt allein an Russland, ob es einen echten Dialog will."

Wadephul würdigte zudem den Einsatz des Papstes sowie des Heiligen Stuhls für Menschlichkeit und Frieden. Besonders hob der Außenminister die jüngste Enzyklika des Papstes zum Einsatz von KI, "Magnifica humanitas" hervor. "Es ist ein weiteres Beispiel, wo wir die geistliche und die geistige und die moralische Führung des Heiligen Stuhls in dieser Welt mehr denn je benötigen", so Wadephul. Diese Technologie beinhalte große Chancen, aber auch riesige Gefahren. Hierfür brauche es, wie Leo XIV. schreibe, gemeinsame Normen. Am Ende müssten Menschen über den Einsatz entscheiden.
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