Tiroler Bischof bei Gottesdienst im Innsbrucker Dom: Der "Revolutionär von Assisi" lebte vor, wie man "eine neue, innere Freiheit" gewinnt, indem man sich ganz in den Dienst der Nächsten stellt - "Transitus-Wochenende" mit Gottesdiensten und Pilgerwanderung in Tirol
Innsbruck, 04.10.2026 (KAP) Die Vorbildfunktion des Hl. Franz von Assisi für eine von Konflikten und Krisen durchfurchte Welt hat der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler unterstrichen. Nicht nur durch seine Fürsorge für die Schöpfung, sondern auch durch seine Hingabe an die Armen und Bedürftigen sei Franziskus zu einem bis heute aktuellen "Revolutionär von Assisi" geworden, sagte Glettler bei einem Gottesdienst am Sonntag im Innsbrucker Dom aus Anlass des 800. Todestages des Heiligen. Wer den Weg des Franziskus und damit den Weg Jesu wähle, setze nicht auf Maßlosigkeit, sondern auf Zufriedenheit, Versöhnung und Dankbarkeit - "und eine heilsame Entlastung für die ganze Schöpfung", so Glettler. "Lernen wir vom Hl. Franziskus! Es geht um die Zukunft unserer Welt."
Wer sich auf die franziskanische Spiritualität einlasse, erkenne, dass die Menschheit "Teil von Gottes großartiger Schöpfung, aber nicht deren Herren mit uneingeschränkter Verfügungsgewalt" ist, führte der Bischof aus. "Leider werden die ökologischen Warnungen unserer Zeit (...) kleingeredet, bzw. mundtot gemacht". Dagegen würde Franziskus einen Weg weisen, der sich bewusst von Machtverhältnissen lossage und frei mache für die Not der Ärmsten. Die von Franziskus gewiesene "befreiende Alternative" führe in eine neue, "innere Freiheit" und zu den Nächsten: "Heute sind es zuerst wir selbst, nicht nur die Superreichen, die sich mit einem Speckgürtel des Wohlstands umgeben, um abgesichert zu sein - und damit auch unempfindlich für das, was Menschen an Not oft durchzukämpfen haben."
Tirol feiert Heiligen mit "Transitus-Wochenende"
Neben dem Gottesdienst am Gedenktag des Heiligen feierte Tirol Franziskus mit einem ganzen "Transitus-Wochenende", bestehend aus spirituellen Angeboten, Gottesdiensten und Begegnungen. Im Mittelpunkt stand dabei die Erinnerung an den sogenannten "Transitus", den Heimgang des heiligen Franziskus von Assisi in der Nacht vom 3. auf den 4. Oktober 1226.
Eingeläutet wurde das Wochenende am Freitag mit einer "Transitusvesper" In der Innsbrucker Kapuzinerkirche. In Gebeten, Vorträgen und Videoimpulsen wurde dabei das Leben des heiligen Franziskus nachgezeichnet. Im Anschluss gab es bei einer Agape die Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen.
Außerdem lud die Diözese zu einer Pilgerwanderung gemeinsam mit Bischof Glettler auf der "Via Laudato si'". Der Pilgerweg führte durch die Bergwelt des Wipptals und verband Naturerfahrung, Gemeinschaft und spirituelle Impulse. Er zählte zu den zentralen Angeboten des Franziskusjahres und lädt auch künftig dazu ein, die Schöpfung bewusst wahrzunehmen und Verantwortung für das "gemeinsame Haus" zu übernehmen. Den Abschluss bildete ein Gottesdienst in St. Michael im Wipptal, den Bischof Glettler mit den Pilgerinnen und Pilgern feierte.
Leo XIV. bei Mittagsgebet auf Petersplatz: "Lasst uns also, während wir das franziskanische Jubiläumsjahr feiern, beharrlich um die Gabe des Friedens bitten und uns aufrichtig dafür einsetzen, Eintracht unter den Völkern herzustellen"