Salzburger Erzbischof vor großem Bischofstreffen von 7. bis 14. Oktober im Vatikan: "Amoris laetitia" ist "wegweisende Schrift" und Kirche heute gerufen, Menschen in allen Lebenslagen zu begleiten
Salzburg/Vatikanstadt, 03.10.2026 (KAP) Seiner Vorfreude im Blick auf das große Bischofstreffen vom 7. bis 14. Oktober im Vatikan hat der Salzburger Erzbischof Franz Lackner Ausdruck verliehen. Er freue sich sehr auf "Austausch und die Begegnungen" und die Beratungen über das vor zehn Jahren erschienene nachsynodale Schreiben "Amoris laetitia" von Papst Franziskus, heißt es in einer Stellungnahme vom Samstag, die Kathpress vorliegt. Lackner wird als amtierender Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz und als einer von rund 200 Bischöfen an dem Bischofstreffen über Ehe und Familie teilnehmen.
Mit "Amoris laetitia" habe Papst Franziskus "eine wegweisende Schrift" publiziert, in der es dem Papst darum ging, "Wege aufzeigen, wie Kirche ein Ort authentischer Barmherzigkeit sein kann, der sowohl das Ideal als auch die konkrete Wirklichkeit des einzelnen Menschen berücksichtigt", so Lackner. Nun gelte es, "in synodaler Unterscheidung auf dieses Schreiben und sein Vermächtnis zu blicken". Schließlich sei die Kirche heute "mehr denn je gerufen, zu bekräftigen und zu zeigen: Die Freude der Liebe - persönlich, dauerhaft und einzigartig - ist kein unerreichbares Abstraktum, sondern kann Wirklichkeit werden." Die Begleitung der Menschen "in allen Lebenslagen, in Freuden und auch in Herausforderungen" sei der Kirche heute mehr denn je aufgetragen, so Lackner.
Schreiben löste heftige Debatte aus
Schwerpunkt des Treffens, zu dem Papst Leo XIV. die Vorsitzenden aller katholischen Bischofskonferenzen weltweit nach Rom ruft, ist die Frage, wie die katholische Kirche Familien begleiten kann, damit diese den Glauben weitergeben können. Anlass für die Zusammenkunft ist der zehnte Jahrestag der Veröffentlichung des nachsynodalen Schreibens "Amoris laetitia" von Papst Franziskus (2013-2025) in diesem Jahr. Schon bei der Präsentation des Schreibens vor zehn Jahren spielte Österreich eine wesentliche Rolle - denn die Präsentation im Vatikan nahm auf Wunsch von Papst Franziskus Kardinal Christoph Schönborn vor.
Das Schreiben löste damals eine lebhafte Debatte über den Umgang mit geschiedenen Wiederverheirateten aus. Sie gipfelte im November 2016 in einem öffentlich gemachten Brief von vier Kardinälen, die Zweifel ("dubia") äußerten und vom Papst eine Klarstellung verlangten. Papst Franziskus hatte in dem Schreiben in einer Fußnote (Nr. 351) festgehalten, dass Wiederverheiratete in der katholischen Kirche nicht länger kategorisch vom Zugang zu Beichte und Kommunion ausgeschlossen sein sollten.
Beratungen im synodalen Stil
Das Treffen im Vatikan wird im bereits erprobten "synodalen Stil" stattfinden. Nach einem morgendlichen Impuls und einer Einführung in das täglich wechselnde Thema beraten die Teilnehmenden zunächst in 16 Kleingruppen. Am Nachmittag werden die Ergebnisse im Plenum besprochen. Am Ende der Beratungen steht ein zusammenfassender Bericht, der an Papst Leo XIV. übergeben wird. Ein offizielles Abschlussdokument wie zuletzt bei der Weltsynode soll es nicht geben.
Papst Leo XIV. wird zu Beginn der Versammlung am Nachmittag des 7. Oktobers sowie zum Abschluss am Nachmittag des 14. Oktobers sprechen. An diesem Tag leitet er auch die große Abschlussmesse auf dem Petersplatz. Die Leiterin der Päpstlichen Akademie für Sozialwissenschaften, die britische Ordensfrau und Ökonomin, Helen Alford, hält am 7. Oktober eine einführende Meditation für die Teilnehmenden der Versammlung. (Website zum Treffen: www.amorislaetitia.va)