KU Linz: Studienjahr mit Antrittsvorlesung und Gottesdienst eröffnet
04.10.202610:59
Österreich/Wissenschaft/Universität/Leute/KU.Linz
Elisabeth Fritz neue Professorin für Kunstwissenschaft und Ästhetik an Katholischer Privat-Universität Linz - Scheuer bei Semestereröffnungsgottesdienst: Freiheit ist dort bedroht, wo der Mensch Verantwortung leichtfertig abgibt oder an KI auslagert
Linz, 04.10.2026 (KAP) Mit einem Gottesdienst mit Bischof Manfred Scheuer und der Antrittsvorlesung von Elisabeth Fritz als neuer Professorin für Kunstwissenschaft und Ästhetik wurde am 1. Oktober das Wintersemester an Katholischer Privat-Universität (KU) Linz eingeläutet. Beim Eröffnungsgottesdienst in der Kapelle des Bischöflichen Priesterseminars betonte Scheuer die Bedeutung einer "Infrastruktur der Freiheit", die aus Spielräumen von Kunst, Kultur und kritischem Denken bestehe und Momente des Suchens wie des Irrens kenne. Freiheit sei daher immer dort bedroht, wo der Mensch Verantwortung leichtfertig abgebe oder ganz an Maschinen und KI auslagere, so Bischof Scheuer.
Gerade eine katholische Universität wie die KU müsse stets bewusst machen, dass Wahrheit und Wahrheitssuche kein eifersüchtig gehüteter Besitz sind, sondern Geschenke, die es zu teilen gilt: Studieren, Lehren und Forschen vollziehe sich in den Spielräumen von Freiheit, Schönheit und Wahrheit - einer Wahrheit, die die Vielfalt nicht fürchtet.
Arbeit an einer "Bildtheorie des Sozialen"
Im Anschluss an den "Welcome Day" und den Eröffnungsgottesdienst stand eine Auseinandersetzung mit der gesellschaftlichen Bedeutung von Gegenwartskunst auf dem Programm. In ihrer Antrittsvorlesung nahm die seit März 2026 an der KU tätige Kunstwissenschaftlerin Fritz eine Analyse zweier Werke der in Nigeria geborenen und heute in Belgien lebenden Künstlerin Otobong Nkanga vor, entlang derer sie aufzeigte, welche Bedeutungs- und Handlungshorizonte zeitgenössische Kunst birgt und welche gesellschaftlichen Bezüge darin begründet liegen. Ihr Ziel liegt dabei in der Ausarbeitung einer "Bildtheorie des Sozialen". Es seien schließlich insbesondere künstlerische Bilder, die einen Katalysator der Wahrnehmung, Deutung und letztlich Ausgestaltung der Lebenswelt darstellten.
Elisabeth Fritz absolvierte ein Doppelstudium der Kunstgeschichte und Soziologie an der Universität Wien und wurde 2012 an der Karl-Franzens-Universität Graz promoviert. Die Habilitation für Allgemeine Kunstgeschichte erfolgte 2023 an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Ebenda war sie von 2012 bis 2022 wissenschaftliche Assistentin am Lehrstuhl für Kunstgeschichte bei Verena Krieger.
Nach einer zweijährigen Gastprofessur an der Freien Universität Berlin war sie bis Februar 2026 stellvertretende Direktorin am Deutschen Forum für Kunstgeschichte in Paris. Seit März 2026 ist Elisabeth Fritz Universitätsprofessorin für Kunstwissenschaft und Ästhetik an der KU Linz sowie Leiterin des Instituts für Geschichte und Theorie der Kunst. An der KU Linz wird sie ihre Beschäftigung mit Ästhetiken, Ikonografien und Bildtheorien des "Sozialen" vertiefen und diese in Bezug zu theologischen und philosophischen Fragen setzen. (Infos: www.ku-linz.at)