Leo XIV. bei Mittagsgebet auf Petersplatz: "Lasst uns also, während wir das franziskanische Jubiläumsjahr feiern, beharrlich um die Gabe des Friedens bitten und uns aufrichtig dafür einsetzen, Eintracht unter den Völkern herzustellen"
Vatikanstadt, 04.10.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hat den heiligen Franziskus zu seinem 800. Todestag als Vorbild in Sachen Liebe und Frieden gewürdigt. Franz von Assisi bringe auch heute noch reiche Frucht, sagte er am Sonntag unter Applaus Tausender Menschen auf dem Petersplatz. "Davon zeugen nicht nur die große und lebendige franziskanische Familie, sondern auch die vielen Gaben, die sein geistliches Erbe im Volk Gottes verbreitet". Heute berufen sich weltweit mehr als 100.000 Ordensleute auf Franziskus.
Er freue sich über die vielfältigen Initiativen zur Feier des 800. Todestages des Heiligen, so der Papst beim Mittagsgebet. Dabei erwähnte er die parallel stattfindenden Feiern in Assisi, unter anderem mit Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella und dem Vorsitzenden der Italienischen Bischofskonferenz Matteo Zuppi. Franziskus ist Schutzpatron der Umwelt und der Tiere sowie Nationalheiliger Italiens.
Der Ordensgründer, um 1182 als Kaufmannssohn im mittelitalienischen Assisi geboren und dort am 3. Oktober 1226 gestorben, sei "als Mensch inbrünstigen Gebets und voller Nächstenliebe gegenüber allen" Vorbild für die ersten Ordensbrüder gewesen. Diese hätten seine Askese als Bedingung für die Reform der Kirche geteilt. Franziskus habe die Kirche durch den Glauben an Christus wiederaufgebaut "und die Risse der Zwietracht durch das Zeugnis geschwisterlicher Liebe geheilt", so der Papst.
"Lasst uns also, während wir das franziskanische Jubiläumsjahr feiern, beharrlich um die Gabe des Friedens bitten und uns aufrichtig dafür einsetzen, Eintracht unter den Völkern herzustellen", appellierte der Papst. Leo XIV. hatte Assisi Anfang August anlässlich eines franziskanischen Jugendtreffens besucht. Zum 40. Gebetstreffen der Weltreligionen für den Frieden, das Papst Johannes Paul II. 1986 initiiert hatte, wird er am 27. Oktober erneut in Assisi erwartet.