Bischof Marketz: Diakonat gehört mitten in die Welt
05.10.202610:37
Österreich/Kirche/Diakonenweihe/Kärnten
Fünf Männer am Fest des Heiligen Franziskus im Klagenfurter Dom zu Diakonen geweiht - Kärntner Bischof ruft zu besonderem Einsatz für Menschen am Rand der Gesellschaft auf: "Dient dem Wort. Dient am Altar. Dient den Menschen"
Klagenfurt, 05.10.2026 (KAP) Das Diakonat gehört nach den Worten des Kärntner Bischofs Josef Marketz "nicht nur in den Altarraum", sondern "mitten in die Welt". Bei der Diakonenweihe am Sonntag im Klagenfurter Dom rief Marketz die fünf Geweihten dazu auf, ihren Dienst besonders an Menschen am Rand der Gesellschaft zu verstehen und eine Kirche sichtbar zu machen, "die nicht nur nach innen schaut". Vier Männer wurden zu Ständigen Diakonen geweiht, ein weiterer empfing die Diakonenweihe auf dem Weg zum Priestertum.
Das Dienen stellte Marketz als zentrale Aufgabe der Neugeweihten dar, schließlich komme das Wort "Diakon" vom griechischen "diakonos", was so viel wie "Diener, Helfer, jemand, der einen Auftrag übernimmt" bedeute. Die Weihe sei niemals eine Auszeichnung für bereits Erreichtes, sondern vielmehr eine Antwort auf einen Ruf. "Diakon zu sein bedeutet deshalb nicht zuerst, eine besondere Stellung in der Kirche zu bekommen. Es bedeutet, eine bestimmte Haltung anzunehmen. Die Haltung Jesu", so Marketz. Auch Jesus sei nicht in die Welt gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen.
Vorbild Franziskus
Am Fest des Franz von Assisi (4. Oktober) verwies Marketz zudem auf das Vorbild des Heiligen. Franziskus sei nicht als "großer Kirchenfürst" oder mächtiger Mann gestorben, sondern "als Bruder der Menschen, als Bruder der Armen, als Bruder der Schöpfung" und vor allem "als Bruder Jesu Christi". Dieses Vorbild sollten auch die Neugeweihten in ihrem Dienst bewahren, so der Bischof.
Das Zweite Vatikanische Konzil (1962-65) habe den Dienst des Diakons mit drei Bereichen verbunden: dem Dienst am Wort, dem Dienst am Altar und dem Dienst an der Liebe. Voraussetzung dafür sei eine Haltung der Hingabe, betonte Marketz. Auch das Gebet sei daher "kein Nebenschauplatz des diakonalen Dienstes", sondern dessen Quelle. Wer Menschen dienen, das Wort verkünden und die Not anderer tragen wolle, müsse selbst immer wieder die Verbindung zu Christus suchen.
Auftrag an die Diakone
"Dient. Dient dem Wort. Dient am Altar. Dient den Menschen. Und: Dient dem Frieden", so der zentrale Auftrag des Bischofs. So gelinge es, eine Kirche zu formen, die ihre Türen offenhalte, die Menschen sehe, bevor sie nach deren Kirchenzugehörigkeit frage, Armen nicht nur etwas gebe, sondern ihre Würde wahre, bei Kranken bleibe und Menschen in ihrer Einsamkeit nicht allein lasse. "Denn am Ende wird Gott nicht fragen, wie eindrucksvoll unsere kirchlichen Strukturen waren. Er wird fragen, ob in unserem Leben die Frucht der Liebe gewachsen ist", schloss Marketz.
Die vier neuen Ständigen Diakone sind Robert Alberer (56), Gernold Lagger (42), Klaus Smeritschnig (45) und Josef Christian Walker (48). Sie werden künftig in ihren Heimatpfarren Obermillstatt, Feistritz an der Drau, St. Margarethen ob Töllerberg/Marjeta und Grafendorf im Gailtal tätig sein. Der 30-jährige Lukas Krobath empfing die Diakonenweihe als Durchgangsstufe zur Priesterweihe. Mit diesen vier neu geweihten Ständigen Diakonen gibt es in der Diözese Gurk insgesamt 62 Ständige Diakone, von denen acht im Ruhestand sind.
Diakone können im Auftrag des Bischofs bzw. des zuständigen Ortspfarrers Wort-Gottes-Feiern, Segnungen, Prozessionen und Begräbnisse leiten, predigen, das Sakrament der Taufe spenden, kirchlichen Trauungsfeiern vorstehen sowie alten und kranken Menschen die Heilige Kommunion bringen.