Hohe Unzufriedenheit unter Angestellten im Kirchenstaat - Leo XIV. sagt in Audienz für Gewerkschaft "gemeinsame Suche nach angemessenen Lösungen" zu
Vatikanstadt, 05.10.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hat seine Laien-Mitarbeiter zum Dialog ermahnt. Bei einer Audienz mit der "Vatikan-Gewerkschaft" ADLV am Montag im Vatikan erinnerte er deren Vertreter an die Worte seines Vorgängers Johannes Paul II. (1978-2005), dass "es nicht der Soziallehre der Kirche entspricht, wenn sich solche Organisationen auf das Terrain von Konflikten oder Kämpfen begeben". Stattdessen müsse der Weg des Dialogs stets mit Zuversicht und Kreativität gegangen werden - "bei der gemeinsamen Suche nach angemessenen Lösungen für die Probleme, denen wir uns gemeinsam stellen müssen, und beim täglichen Aufbau unserer Arbeitsgemeinschaft".
Die "Vereinigung der weltlichen Angestellten des Vatikans" (ADLV) wirft dem Vatikan ihrerseits immer wieder mangelnde Kommunikation und Dialogfähigkeit vor. Sie kritisiert, nicht in Entscheidungsprozesse eingebunden zu sein, die ihre Mitglieder betreffen. In den vergangenen Jahren hat die ADLV, die anders als reguläre Gewerkschaften kein Streikrecht hat, etwa stagnierende Gehälter, die Auslagerung von Arbeitsplätzen oder intransparente Beförderungskriterien angemahnt.
Einer Anfang des Jahres vom ADLV veröffentlichten Umfrage zufolge sind weniger als 13 Prozent der befragten Beschäftigten zufrieden mit ihrer Arbeitssituation. Zwar hatte Leo XIV. zuletzt einige Corona-bedingte Sparmaßnahmen seines Vorgängers aufgehoben, doch beispielsweise das zeitweise Aussetzen der Dienstalterzulagen blieb davon unberührt.
Bei der Audienz ermutigte Leo XIV. dazu, den "Dialog auf allen Ebenen" wiederzubeleben. Neben den ADLV-Vertretern waren auch Repräsentantinnen des "Verband der Frauen im Vatikan" bei der Begegnung anwesend. "Die Präsenz von Frauen ist ein Reichtum, der zunehmend anerkannt und wertgeschätzt werden muss", sagte der Papst. Er lobte ihre "Kompetenz, ihr Urteilsvermögen, ihre Kreativität und ihre Konkretheit" als bereichernd für das Leben der Institutionen. Dies trage dazu bei, "einen umfassenderen Blick auf die Realität und die auftretenden Probleme zu gewinnen".
Abschließend rief Leo XIV. zum Aufbau einer Arbeitsgemeinschaft auf, "in der Menschen nicht ausgenutzt oder übergangen werden, in der man sich gegenseitig hilft, jedem seinen Wert und seine Kompetenz anerkennt und Unzufriedenheit und Groll vermeidet".