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Bürgermeister Ludwig mit Vertretern der anerkannter Kirchen und Religionsgesellschaften im Wiener Religionsrat
Bild Copyright: © Stadt Wien / Christian Jobst

Wiener Religionsrat tagte über Herausforderungen in Pflegeheimen

06.10.2026 14:16
Österreich/Kirche/Religion/Pflegeheime/Wiener.Religionsrat
Bürgermeister Ludwig: Unterschiedliche religiöse Bedürfnisse der Bewohner in Heimen bestmöglich berücksichtigen und zugleich ein respektvolles Miteinander gewährleisten
Wien, 06.10.2026 (KAP) Am Dienstag fand auf Einladung von Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) eine Sitzung des Wiener Religionsrates statt. Vertreterinnen und Vertreter der gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften sowie der religiösen Bekenntnisgemeinschaften berieten im Rathaus über die aktuelle internationale Lage und deren Auswirkungen auf das gesellschaftliche und interreligiöse Miteinander in Wien, wie es im Anschluss in einer Aussendung der Stadt hieß. Ein weiterer Schwerpunkt war demnach das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Konfessionen in den Wiener Pensionisten- und Pflegewohnhäusern.

Mit dabei waren unter anderem der Wiener katholische Bischofsvikar Dariusz Schutzki, der wiener evangelische Superintendent Matthias Geist, der syrisch-orthodoxe Chorepiskopos Emanuel Aydin, Hirte Walter Hessler von der Neuapostolischen Kirche, Ümit Vural, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft, und IKG-Präsident Oskar Deutsch; weiters etwa Vertreter der Koptischen Kirche, der Aleviten und Sikhs. Eingangs der Begegnung gedachten die Teilnehmenden der vor kurzem tödlich verunglückten früheren evangelischen Superintendentialkuratorin Inge Troch.

Wien sei eine Stadt, in der Menschen unterschiedlicher Religionen und Weltanschauungen seit vielen Jahren zusammenleben. Dieses Miteinander sei keine Selbstverständlichkeit, sondern müsse jeden Tag gepflegt werden. Die Religionsgemeinschaften seien dabei wichtige Partner der Stadt, wurde Bürgermeister Ludwig in der Aussendung zitiert.

Einigkeit habe bei der Begegnung darin bestanden, dass Konflikte und Krisen nicht dazu führen dürfen, dass Menschen aufgrund ihrer Religion oder Herkunft gegeneinander ausgespielt werden. "Wir dürfen nicht zulassen, dass internationale Konflikte den Zusammenhalt in Wien belasten. Unterschiedliche religiöse Überzeugungen sind Teil unserer vielfältigen Stadtgesellschaft. Entscheidend ist, dass wir einander mit Respekt begegnen und im Dialog bleiben", so Ludwig.

Ein zentraler Punkt der Sitzung war die religiöse Vielfalt in den Wiener Pensionisten- und Pflegewohnhäusern. Gerade im höheren Lebensalter gewinnen vertraute Rituale, religiöse Traditionen und seelsorgerische Begleitung für viele Menschen besondere Bedeutung. Gemeinsam wurde erörtert, wie die unterschiedlichen religiösen Bedürfnisse der Bewohner bestmöglich berücksichtigt und zugleich ein respektvolles Miteinander im Alltag gewährleistet werden kann. Dabei ging es unter anderem um die Möglichkeit, religiöse Feste und Bräuche zu leben, seelsorgerische Angebote in Anspruch zu nehmen sowie unterschiedliche Speisevorschriften und andere religiöse Bedürfnisse angemessen zu berücksichtigen. Eine Broschüre mit umfassenden Informationen zu den angeführten Themen und allen Kontaktdaten wurde angedacht. Bischofsvikar Schutzki zeigte sich im Anschluss an die Sitzung gegenüber Kathpress sehr zufrieden und sprach von konstruktiven Gesprächen.

Der Wiener Religionsrat versteht sich seit seiner Gründung im Jahr 2023 als Forum für den regelmäßigen und strukturierten Austausch zwischen Stadt und Religionsgemeinschaften. Die im Jänner 2026 beschlossene Grundsatzerklärung bekräftigt das gemeinsame Bekenntnis zu Menschenwürde, Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichwertigkeit sowie zum entschiedenen Auftreten gegen religiös motivierte Gewalt, Rassismus, Antisemitismus, antimuslimische und antichristliche Tendenzen und jede Form der Ausgrenzung.
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