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Deutsche Bischöfe verurteilen Antisemitismus und Judenhass

07.10.2026 11:38
Deutschland/Israel/Religion/Terrorismus/Rassismus/Kirche
Stellungnahme zum Jahrestag des Terrorangriffs vom 7. Oktober 2023: Dramatischer Einschnitt im Leben von Juden und Palästinensern gleichermaßen - Erinnern an Leid der Opfer, zugleich auch Kritik an Israel
Berlin, 07.10.2026 (KAP/KNA) Zum dritten Jahrestag des Terrorüberfalls der Hamas auf Israel haben die katholischen Bischöfe in Deutschland Antisemitismus und Judenhass eine klare Absage erteilt. "Als Kirche stehen wir fest an der Seite unserer jüdischen Mitbürger. Antisemitismus und Judenhass, egal welcher Couleur, haben in unserer Gesellschaft keinen Platz", erklärte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, am Mittwoch in Bonn.

"Mit Nachdruck setzen wir uns dafür ein, dass Juden, Christen und Muslime in unserem Land einander im Geist der Geschwisterlichkeit begegnen", fügte der Münsteraner Bischof hinzu. Statt einer Barbarei des Blutvergießens sei eine Kultur des Dialogs und der Versöhnung erforderlich.

Wilmer betonte, der 7. Oktober 2023 sei ein gravierender Einschnitt sowohl für Israelis als auch für Palästinenser. Für die Opfer und Geiseln und ihre Angehörigen werde das Leben nie wieder so sein wie zuvor. Zugleich habe die militärische Reaktion Israels im Gazastreifen über 70.000 Menschen das Leben gekostet und zu einer humanitären Katastrophe geführt, die bis heute nicht überwunden sei.

Auch im Westjordanland habe sich die Gewalt extremistischer Siedler seither deutlich verschärft. "Angst vor neuen Angriffen und fehlende Perspektiven prägen den Alltag vieler Palästinenser. Vielerorts wurden Fakten geschaffen, die dem Ziel einer gerechten Friedensordnung im Heiligen Land - mit zwei souveränen Staaten, Israel und Palästina, sowie Sicherheitsgarantien für beide Völker - diametral entgegenstehen", erklärte der Münsteraner Bischof.

Der 7. Oktober zeige, dass Hass, Terror und Krieg niemals das Mittel der Wahl sein dürften, sondern geradewegs in den Abgrund führten, so der Vorsitzende der Bischofskonferenz. "Denn Frieden entsteht nicht durch Vergeltung, sondern durch die Bereitschaft, den Anderen als Menschen mit derselben Würde anzuerkennen."

Religionsspitzen für Kampf gegen Antisemitismus in Verfassung

In Berlin forderten die drei führenden Religionsvertreter aus Anlass des Jahrestags, den Kampf gegen Antisemitismus in der Berliner Landesverfassung zu verankern. "Wir fordern alle Parteien auf, für die Aufnahme der Bekämpfung des Antisemitismus in die Landesverfassung Berlins einzutreten. Und zwar jetzt", schreiben Rabbiner Andreas Nachama, der Berliner katholische Erzbischof Heiner Koch und der evangelische Bischof Christian Stäblein in einem gemeinsamen Gastbeitrag für das "Handelsblatt".

Die drei Geistlichen beklagen eine seit dem Angriff weltweit und in Deutschland gewachsene Zahl antisemitischer Vorfälle. Gerade in Berlin, wo die "industrielle, staatlich-institutionell und historisch unvergleichliche Vernichtung von Jüdinnen und Juden geplant und gesteuert wurde", sei offen auftretender Antisemitismus nicht hinnehmbar. Es brauche "ein unbedingtes Bekenntnis zum Schutz jüdischen Lebens", heißt es in dem Gastkommentar. Der Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023 sei "das größte Morden an Jüdinnen und Juden seit der Shoa" gewesen.

Nachama, Koch und Stäblein begingen den Jahrestag mit einem Gedenkgottesdienst in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin. "Wir gedenken der Geiseln, der vielen, die in den Tunneln ermordet wurden. Wir sind verbunden mit den Überlebenden, deren Schmerz bleibt. Wir nehmen Anteil an der Trauer der Angehörigen", schreiben sie. Zugleich betonten die drei Geistlichen, ihr Mitgefühl stehe "nicht in Konkurrenz zu anderem Erinnern und zu anderer Trauer" - es gelte allen Menschen, die an den Folgen des 7. Oktobers und der nachfolgenden Kriege in Nahost litten.
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