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Sambia: Kirche warnt nach Festnahme von Erzbischof vor Spaltung

08.10.2026 16:03
Sambia/Kirche/Justiz/Gesellschaft/Politik/Wahl
Inhaftierung erfolgte infolge eines Streits um einen Geländewagen - Bischofskonferenz kritisiert Regierung wegen "Instrumentalisierung des Rechts"
Lusaka, 08.10.2026 (KAP) Kirchenvertreter in Sambia haben nach der Festnahme des Erzbischofs von Lusaka, Alick Banda, vor einer weiteren politischen Polarisierung gewarnt. Sie forderten ein Ende einer "Instrumentalisierung" des Rechts durch die Regierung, berichtete das katholische britische Magazin "The Tablet" (Mittwoch). Banda gilt als prominente Stimme der katholischen Kirche in der politischen Debatte Sambias. Seine Kritik an den wirtschaftlichen Entwicklungen und der politischen Situation hat ihn wiederholt in Konflikt mit der Regierung gebracht. In ihren jüngsten Stellungnahmen kritisierte die Ortskirche das Vorgehen gegen den Erzbischof, appellierte jedoch zugleich zu Deeskalation und Wahrung des gesellschaftlichen Zusammenhalts.

Banda war am 28. September von der sambischen Drogenbekämpfungsbehörde festgenommen und nach einer Nacht in Gewahrsam vor Gericht gestellt worden. Ihm wird vorgeworfen, einen Geländewagen unrechtmäßig besessen zu haben, der ihm vor mehr als fünf Jahren vom inzwischen verstorbenen Präsidenten Edgar Lungu geschenkt worden war. Die Staatsanwaltschaft erklärte, das Fahrzeug sei zuvor illegal von der sambischen Steuerbehörde erworben worden. Warum die Vorwürfe erst Jahre später vor Gericht gebracht wurden, blieb offen. Banda bestritt die Vorwürfe und wurde gegen Kaution freigelassen.

Der Erzbischof hatte sich wiederholt kritisch zu den wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen unter Präsident Hakainde Hichilema geäußert. Kritiker der Regierung werteten seine Festnahme als Einschüchterungsversuch gegen ihn und andere politische Gegner. Hichilema hatte nach einer umstrittenen Wahl am 13. August den Sieg für sich beansprucht. Seither wurden laut "The Tablet" auch politische Gegner festgenommen, darunter der Oppositionspolitiker Brian Mundubile.

Die Sambische Bischofskonferenz reagierte einen Tag nach der Festnahme mit einer Erklärung und rief angesichts zunehmender Spannungen zur Zurückhaltung auf. Der Umgang mit Banda könne "das Vertrauen zwischen Bürgern und Institutionen schwächen und die Spaltung unserer Gesellschaft vertiefen", warnte sie. Damit stellten die Bischöfe neben dem konkreten Fall auch die Auswirkungen auf die politische und gesellschaftliche Stabilität des Landes in den Mittelpunkt.

Auch der Zusammenschluss der Bischofskonferenzen Afrikas und Madagaskars (SECAM) äußerte am 1. Oktober "große Besorgnis" über den Umgang mit dem Erzbischof. Mit Blick auf den Internationalen Tag der Demokratie am 15. September sprach die Organisation von einer "bitteren Ironie", dass Sambia diesen Tag nicht mit einem Bekenntnis zur Stärke seiner demokratischen Institutionen begehe, sondern mit einer aus ihrer Sicht beispiellosen Belastung dieser Institutionen konfrontiert sei. SECAM rief die Bevölkerung und die internationale Gemeinschaft dazu auf, die Vorgänge und ihre Folgen für die verfassungsmäßige Ordnung des Landes zu reflektieren.
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