Bischofskonferenz-Vorsitzender Coakley: Erschießung vor Kameras wäre eine "barbarische Förderung einer Kultur des Todes und muss überdacht werden"
Washington, 09.10.2026 (KAP/KNA) Die katholischen Bischöfe der Vereinigten Staaten haben entsetzt auf die Ankündigung einer live übertragenen Hinrichtung durch das US-Militär reagiert. Mit Blick auf die für den 3. Dezember angesetzte Erschießung eines islamistischen Attentäters erklärte der Bischofskonferenz-Vorsitzende, Erzbischof Paul Coakley: "Schockiert und mit großer Traurigkeit habe ich von der Entscheidung des Kriegsministeriums erfahren, die Hinrichtung von Nidal Hasan öffentlich live zu übertragen."
Hasans Taten könnten zwar keinesfalls gebilligt werden, so Coakley laut Nachrichtenagentur KNA. "Aber diese Entscheidung ist die barbarische Förderung einer Kultur des Todes und muss überdacht werden." Schließlich habe Gott die Menschen gelehrt: "Vergeltet niemandem Böses mit Bösem." Eine derartige öffentliche Hinrichtung werde "das moralische Gefüge unserer Nation weiter untergraben und das Gewissen ihres Volkes ruinieren", warnte der Erzbischof.
Nidal Hasan, Ex-Angehöriger des US-Militärs, hatte 2009 auf einem Stützpunkt in Texas 13 Menschen erschossen und Dutzende weitere verletzt. Die als Terroranschlag gewertete Tat geschah wenige Wochen vor einem geplanten Einsatz in Afghanistan. Hasan, der sich selbst als dschihadistischen Kämpfer bezeichnete, wurde 2013 zum Tode verurteilt. Die Erschießung des 56-Jährigen wäre die erste Hinrichtung durch das US-Militär seit 1961.
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