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Chalupka: Kirchen bleiben Fürsprecherinnen des Zivildiensts

10.10.2026 14:26
Österreich/Kirche/Politik/Militärdienst/Zivildienst/Evangelische
Evangelischer Altbischof in "Krone"-Kolumne hebt Bedeutung des Zivildienstes hervor
Wien, 10.10.2026 (KAP) Für den Erhalt des Zivildienstes als Friedensdienst hat sich der evangelische Altbischof Michael Chalupka ausgesprochen. In einer Kolumne in der "Kronen Zeitung" (10. Oktober) betonte er den Wert des Zivildienstes für die Gesellschaft. Die Kirchen seien aufgrund der Kriegserfahrungen zu Fürsprecherinnen des Wehrersatzdienstes geworden und würden sich weiterhin für den Zivildienst einsetzen, "weil es sinnvoll ist, dass sich junge Männer in den Dienst des sozialen Miteinanders und des Friedens stellen", betonte Chalupka. Hintergrund ist die Reform von Wehr- und Zivildienst, deren Entwürfe die Bundesregierung am Mittwoch in Begutachtung geschickt hat.

"Der mörderische, unsinnige Krieg rückt wieder näher. Der Wehrdienst soll reformiert werden, und mit ihm der Zivildienst. Er soll der Landesverteidigung untergeordnet werden", erläuterte Chalupka. Zum Hintergrund: In ihren Reformplänen setzt die Regierung einen Fokus auf den Ausbau "ziviler Landesverteidigung" und die Attraktivierung des Wehrdienstes. Sie sehen eine Verlängerung des Grundwehrdienstes von sechs auf neun Monate sowie höhere Bezüge und eine zusätzliche Urlaubswoche vor. Für Zivildiener ist bislang keine entsprechende Erhöhung der Bezüge vorgesehen. Sinkt die Zahl der Grundwehrdiener unter 13.875, soll der Zivildienst ab dem Folgejahr verpflichtend von neun auf elf Monate verlängert werden.

Zivildiener seien heute hoch angesehen, hielt Chalupka fest. "Man kann sich das soziale Leben gar nicht ohne sie vorstellen." Bei der Einführung des Zivildienstes in den 1970er Jahren hätten junge Männer eine Gewissensprüfung "über sich ergehen lassen" müssen und seien oft als "Drückeberger" angesehen worden. Ihre Gewissensvorbehalte gegen den Wehrdienst mussten sie vor einer Kommission glaubwürdig begründen. Die Gewissensprüfung wurde 1992 abgeschafft.

Das kirchliche Engagement für einen Dienst an der Gesellschaft reiche weiter zurück. Bereits ab den 1950er Jahren warb die Evangelische Kirche unter dem Motto "Gebt ein Jahr Eures Lebens zum Dienst!" um die freiwillige Mitarbeit junger Frauen und Männer in sozialen Einrichtungen der Diakonie. "Man hatte die Zeit, in der junge Männer Jahre ihres Lebens einem mörderischen, unsinnigen Krieg opfern mussten, gerade hinter sich. Jetzt sollten sie die Chance haben, ihr Engagement in einem sinnvollen Dienst einzusetzen", erläuterte Chalupka. Im "Diakonischen Jahr" lernten sie die Arbeit mit Kindern, Menschen mit Behinderungen und Pflegebedürftigen kennen. Für viele sei aus dieser Berufung später ein Beruf geworden, schrieb Chalupka.
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