Tagung "Materialist" mit Vertretern des Louvre, des British Museum, des Prado und weiterer internationaler Museen - Leo XIV.: Kirche versteht Kunst als Mittel zur Vermittlung ihrer Botschaft durch Schönheit
Vatikanstadt, 10.10.2026 (KAP) Papst Leo XIV. hat die Direktoren der bekanntesten Museen der Welt im Vatikan empfangen. Dies teilte das vatikanische Presseamt am Samstag mit. Anlass war ein Treffen der sogenannten "Bizot-Gruppe" in Rom. Ihr gehören mehr als 20 weltbekannte Kunstmuseen an - darunter der Louvre, das British Museum, das Rijksmuseum, die Ermitage, das Metropolitan Museum of Modern Art und der Prado. Für die Vatikanischen Museen nahm deren Direktorin Barbara Jatta an der Begegnung teil.
In einer philosophisch-theologischen Ansprache an die Museumsleiter betonte der Papst, Materie sei für die Kirche nicht nur gestaltbarer Werkstoff, sondern ein Ort, an dem Gott sich offenbare. Die Materie sei den Menschen als Gabe anvertraut, durch ihr Geschick verwandelten Künstler das vorhandene Material und machten es wiederum zu einer Gabe für andere.
Papst spricht über Kirche und Kunst
Weiter erklärte Leo XIV.: "Im Laufe der Jahrhunderte hat die Kirche eine besondere Verbundenheit mit den Künsten gepflegt und diese in all ihren Formen gewürdigt. Tatsächlich ist die Kunst das Mittel, mit dem Menschen durch ihren Einfallsreichtum die Materie bereichern und verklären - also die Schöpfung, in der sie als nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffene Wesen leben."
Das Thema der Tagung in Rom lautete "Materialität". Der Papst führte aus, es gehe aus Sicht der Kirche bei Kunst nicht nur darum, die Beziehung zwischen einem Objekt und der Interpretation eines Kunstwerks zu untersuchen, sondern auch darum, "über die besondere Eigenschaft der Materie als den Ort nachzudenken, an dem Gott sich offenbaren wollte."
Speichermedium der Erinnerung
Abschließend ging Papst Leo XIV. auf die Funktion der Materie als Speichermedium von Erinnerung ein. Die in Museen verwahrten Objekte legten Zeugnis von einer Geschichte ab, die Generationen verbinde und der Gegenwart die Erkenntnisse der Vergangenheit vermittle. Die Kirche verstehe die Kunst als Mittel zur Vermittlung ihrer Botschaft durch die Schönheit.
Der Papst dankte den Museen für die Bewahrung des kulturellen Erbes der Menschheit und sagte: "Die in Museen aufbewahrten Werke zeugen von einer Geschichte, die jeden Menschen anspricht, von einer Generation zur nächsten. Museumsobjekte vermitteln somit der Gegenwart die Weisheit der Vergangenheit. Die Kirche, die als Pilgerin durch die Zeit wandert, hat die Kunst genau so verstanden (...) als Mittel, das Evangelium durch die Schönheit zu verkünden."