Elf neue Ständige Diakone für die Erzdiözese Wien - Erzbischof: "Freundschaft mit Jesus Christus leben"
Wien, 11.10.2026 (KAP) Der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl hat am Samstag elf Männer im Stephansdom zu Ständigen Diakonen geweiht. Sie werden künftig in der Erzdiözese in vielfältigen Aufgabenfeldern ihren Dienst versehen. In der Kirche gebe es keine privaten Berufungen, betonte Grünwidl in seinen Predigtworten: "Jede Berufung ist eine Berufung hinein in die Gemeinschaft der Kirche." So sei es neben dem Dienst am Wort und dem Dienst am Altar der Dienst an den Menschen, insbesondere an den Armen, der das Diakon-Sein ausmache.
Früher habe man Diakone als das "Auge des Bischofs", manchmal sogar als "Auge Gottes" bezeichnet, weil der Diakon mitten in der Welt lebe, sagte Grünwidl mit Blick auf die neun verheirateten und zwei zölibatär lebenden Männer. "Viele von euch sind Familienväter, haben Kinder, ihr seid im Berufsleben. Ihr kennt die Fragen und Sorgen der Menschen, ihr seid nahe dran." So könnten auch sie das Bischofsauge Gottes sein, "weil ihr die Menschen seht und ihre Sorgen, weil ihr an die Ränder gehen könnt".
Eine zentrale Komponente des Diakonats sei die Freundschaft mit Christus. "Und Jesus Christus zum Freund zu haben, bedeutet auch, mit seinen Freunden verbunden zu sein. Und wir wissen alle: Die Freunde Jesu, das waren vor allem die Armen, die Verachteten, die Kleinen, die man leicht übersieht", so Grünwidl. Er forderte die Männer auf, sich an diesem Maßstab Jesu zu orientieren und auch außerhalb der Kirche nach Freunden zu suchen. "Geht an die Ränder und fragt euch immer wieder: Wie viele Freunde habe ich unter den Armen und Verachteten?", so der Auftrag des Erzbischofs. "Dann kann Wirklichkeit werden, was Jesus seinen Freunden im Evangelium verspricht. Wir sollen Frucht bringen und unsere Frucht soll bleiben."
Diakonat
Aktuell dienen in der Erzdiözese Wien 220 Ständige Diakone. Diakone können im Auftrag des Bischofs bzw. des zuständigen Ortspfarrers Wort-Gottes-Feiern, Segnungen, Prozessionen und Begräbnisse leiten, predigen, taufen, kirchlichen Trauungsfeiern vorstehen sowie alten und kranken Menschen die hl. Kommunion bringen. Nicht ermächtigt sind Diakone dazu, heilige Messen zu feiern oder das Bußsakrament sowie die Krankensalbung zu spenden.
Für unverheiratete Weihekandidaten ist die Diakonweihe mit dem Zölibatsversprechen verbunden und eine meist einjährige "Durchgangsstufe" zur Priesterweihe. Seit 1968 können verheiratete, bewährte Männer mit Zustimmung ihrer Ehefrau zum Ständigen Diakon geweiht werden. Diese Ständigen Diakone übernehmen das Diakonat auf Lebenszeit.