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Kathedrale Santa Maria del Fiore (Dom von Florenz)
Kultur
Bild Copyright: © Paul Wuthe/Kathpress

Giottos Glockenturm in Florenz wird umfassend saniert

11.10.2026 11:38
Italien/Kirche/Architektur/Sanierung/Kultur
Fünf Jahre Bauzeit - Witterung, Luftverschmutzung und Abnutzung haben Wahrzeichen zugesetzt - Rücksicht auf Wanderfalken bei Bauarbeiten
Florenz, 11.10.2026 (KAP) Der berühmte Glockenturm von Giotto in Florenz wird erstmals umfassend restauriert. Wie die APA am Sonntag berichtete, sollen die Arbeiten an dem 86 Meter hohen Bauwerk rund fünf Jahre dauern und sowohl das Äußere als auch das Innere umfassen. Die Kosten von mehr als sieben Millionen Euro trägt zur Gänze die für die Erhaltung der Bauwerke des Florentiner Domkomplexes zuständige Dombauhütte Opera di Santa Maria del Fiore.

Der Glockenturm ist seit rund sieben Jahrhunderten Witterungseinflüssen ausgesetzt. Zwar gab es im 20. Jahrhundert wiederholt Konservierungsarbeiten, diese betrafen jedoch jeweils nur einzelne Bereiche. Dazu zählten Restaurierungen der Marmorreliefs ab den 1950er-Jahren sowie Arbeiten an der Süd- und Ostseite in den 1980er- und 1990er-Jahren. Die Restaurierung erfolgt von oben nach unten. Das eigens angepasste Gerüst wird schrittweise abgebaut, sobald die jeweiligen Bereiche saniert sind.

Als wichtigste Ursache für die Schäden nennt die für die Restaurierung verantwortliche Architektin Beatrice Agostini die anhaltende Einwirkung von Regen, Feuchtigkeit, Temperaturschwankungen und Sonneneinstrahlung. Diese Faktoren verändern das Material, schwächen den inneren Zusammenhalt des Steins und können zum Ablösen von Gesteinsschichten führen.

Auch Luftverschmutzung hat zum Verfall beigetragen. Schadstoffe reagieren insbesondere in Verbindung mit saurem Regen mit dem weißen Marmor. Dabei entstehen dunkle Ablagerungen aus Gips und Feinstaub, die nicht nur das Erscheinungsbild beeinträchtigen, sondern auch die Steinoberflächen schädigen können. Dadurch drohen fein gearbeitete Details und plastische Formen der Skulpturen verloren zu gehen. Zusätzlich hinterlassen Besucher in stark frequentierten Bereichen Abnutzungsspuren. Auch aufgebrachte Schriftzüge und andere Formen von Vandalismus haben Schäden am Bauwerk verursacht.

Rücksicht auf Wanderfalken

Bei der Errichtung des Gerüsts ergriff die Dombauhütte Opera di Santa Maria del Fiore in Abstimmung mit der italienischen Vogelschutzorganisation Lipu und Fachleuten besondere Maßnahmen zum Schutz nistender Vögel. Dazu zählte insbesondere ein Wanderfalkenpaar, das seit Mitte der 2000er Jahre auf den Bauwerken des Florentiner Domkomplexes lebt. Wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtete, wurde durch die fotografische Erfassung der 149 Gerüstlöcher am Glockenturm ein brütendes Weibchen entdeckt. Daraufhin wurde der Zeitplan für den Gerüstaufbau angepasst, um das Tier nicht zu stören. So konnten drei Jungvögel schlüpfen und später ausfliegen.
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