Altötting: Adoratio-Glaubensfest verzeichnet mehr als 2.000 Teilnehmer
11.10.202615:41
Deutschland/Kirche/Glaube
Initiator Bischof Oster zufrieden mit steigenden Teilnehmerzahlen - Adoratio im Stift Kremsmünster von 23. bis 25. Oktober
Passau, 11.10.2026 (KAP/KNA) Der katholische Adoratio-Kongress in Altötting hat erneut mehr Menschen angezogen. Zum Abschluss der dreitägigen Begegnung berichteten die Veranstalter laut Nachrichtenagentur KNA am Sonntag von mehr als 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Vergangenes Jahr waren rund 1.800 Gläubige gezählt worden, 2024 etwa 1.500. Fast eine halbe Million Menschen hätten dieses Mal Live-Übertragungen in TV und Internet verfolgt. Die Veranstaltung fand zum siebten Mal statt und stand unter dem Motto "Zur Liebe berufen". Auf dem Programm standen Gottesdienste, Workshops und Vorträge.
"Es war ein wunderbares Glaubensfest mit Menschen aus dem gesamten deutschen Sprachraum und darüber hinaus", sagte der Passauer Bischof Stefan Oster als Initiator von Adoratio. "Viele sind tief dankbar und gestärkt nach Hause gegangen."
Im Abschlussgottesdienst kritisierte der Botschafter des Papstes in Deutschland, Erzbischof Hubertus van Megen, eine Gesellschaft, die lebe, als ob es Gott nicht gebe. Zugleich rügte er Mitchristen, die es sich in ihrer "spirituellen Komfortzone" bequem eingerichtet hätten. Außerdem warnte der Nuntius vor Anwendungen Künstlicher Intelligenz. Diese könne zwar nützlich sein, sie trage aber auch dazu bei, dass Menschen immer weniger zwischen "Wahrheit und Täuschung, zwischen Wesentlichem und Unwesentlichem unterscheiden" könnten.
Autor Haberl kritisiert Doppelmoral bei Behinderung
An dem Programm hatte sich auch der Münchner Journalist und Autor Tobias Haberl ("Unter Heiden: Warum ich trotzdem Christ bleibe") beteiligt. In einem Vortrag zum Thema "Geschaffen aus Liebe" hielt er der deutschen Gesellschaft Doppelmoral im Umgang mit dem Thema Behinderung vor. Einerseits würden sportliche Leistungen paralympischer Athleten gefeiert. Andererseits dürften neun von zehn Föten mit Trisomie 21 (Down-Syndrom) gar nicht erst auf die Welt kommen.
Adoratio im Stift Kremsmünster von 23. bis 25. Oktober
Der nächste Kongress in Altötting wurde für den 11. bis 13. Juni 2027 angekündigt. Adoratio versteht sich als "der Kongress zur eucharistischen Anbetung und Erneuerung des Glaubens im deutschsprachigen Raum". Der Kongress, der im Jahr 2010 in Altötting initiiert wurde, feierte im Vorjahr seine Österreich-Premiere in Salzburg und lockte unlängst im September mehr als 1.000 Teilnehmende an. Erstmals in Oberösterreich findet von 23. bis 25. Oktober im Stift Kremsmünster der Adoratio-Kongress statt. Unter dem Motto "Jesus begegnen" sollen die drei Tage nach Angaben der Veranstalter Zeiten der Anbetung und des Gebets mit Vorträgen, Workshops, Gemeinschaft und Begegnung verbinden und damit "Nahrung für Kopf, Herz und Seele" bieten.
Eucharistische Anbetung ist eine traditionelle katholische Frömmigkeitspraxis. Dabei versammeln sich Gläubige zum Gebet vor einer geweihten Hostie, die meist in einem kostbaren Gefäß, einer Monstranz, auf dem Altar ausgestellt wird. Katholiken bekennen, dass Jesus Christus als Sohn Gottes in diesem Brot dauerhaft und leibhaftig gegenwärtig ist, wenn es in einer Messfeier von einem Priester konsekriert wurde.
Großveranstaltung vom 23. bis 25. Oktober unter dem Motto "Jesus begegnen" soll persönlichen Glauben vertiefen und zur Weitergabe des Glaubens befähigen
Zweite Auflage des Eucharistie-Kongresses in Salzburg - Nächste Termine in Altötting (9 bis 11. Oktober) und erstmals in Kremsmünster (23. bis 25. Oktober)