Syrien-Hilfswerk mit Sitz in Wien besteht seit zehn Jahren - Melkitischer Bischof Rabbat und Ostkirchen-Generalvikar Kolasa als Gratulanten - Korbgemeinschaft-Gründer P. Ghoneim: "In der Not ist Gott am Werk. Er braucht aber Arbeiter, die bereit sind, sich für seinen Plan einzusetzen"
Wien, 12.10.2026 (KAP) Mit einem Festgottesdienst in der Wiener Rochuskirche ist Sonntagnachmittag das 10-Jahre-Jubiläum des Hilfswerks "Korbgemeinschaft" gefeiert worden. Das Hilfswerk mit Sitz in Wien ist in Syrien aktiv und wurde vom syrischen melkitisch-katholischen Priester Hanna Ghoneim gegründet. Er feierte am Sonntag zugleich sein 30-jähriges Priesterjubiläum. Als Gratulanten stellten sich u.a. der melkitische Bischof von Australien, Robert Rabbatt, und der Wiener Ostkirchen-Generalvikar Yuriy Kolasa ein.
Die unter Patronanz von Erzbischof Josef Grünwidl stehende Hilfsorganisation ist auf vielfältige Weise in Syrien aktiv. Beispielsweise wird Flüchtlingen bei der Begleichung von Mieten und Energiekosten geholfen, Bekleidung für Bedürftige organisiert oder ärztliche Versorgung vermittelt. Unter anderem hat die "Korbgemeinschaft" eine Großbäckerei errichtet, in der für bedürftige Menschen Brot hergestellt wird. Zudem wurden einige Sozialmärkte eröffnet, in denen die Menschen Grundnahrungsmittel zu stark verbilligten Preisen kaufen können. Dazu kommen spezielle Projekte zu Weihnachten und Ostern.
P. Ghoneim hielt in seiner Predigt fest: "In der Not ist Gott am Werk. Er braucht aber Arbeiter, die bereit sind, sich für seinen Plan einzusetzen." Der Krieg in Syrien habe sein Leben durcheinander gebracht und er habe auch seine priesterliche Berufung in Frage gestellt, so Ghoneim: "Sehr oft dachte ich daran, aus dem Priestertum auszusteigen, denn ich fühlte mich sehr schwach vor der Not der Menschen. Die Verantwortungslosigkeit vieler Hirten der Kirche und die Korruption in der Gesellschaft und auch in der Kirche haben mich auf teuflische Gedanken gebracht. Überall Elend und Leid, Angst und Sorge um die Zukunft."
Gott wolle aber "das Leben in Frieden und Freude, in Gerechtigkeit und Freiheit". Und er habe erleben dürfen: "Mitten in der Verzweiflung kommt Gott und richtet auf und gibt einen Auftrag und zugleich die Kraft, die notwendigen Taten zu setzen." Diese Erfahrung habe er vielfach machen dürfen. Nachsatz: "Je mehr wir helfen, desto mehr währt die Gnade Gottes."
Im Anschluss gibt es einen Vortrag über die Aktivitäten der "Korbgemeinschaft". Protektor der "Stiftung Korbgemeinschaft" ist Erzbischof Josef Grünwidl. Die Hilfsaktivitäten werden in Syrien von lokalen Freiwilligenteams umgesetzt, die vor allem aus jungen Leuten bestehen. "Diese mutigen Freiwilligen sind die eigentlichen Hoffnungsträger für einen guten Weg in die Zukunft Syriens", so Ghoneim.