14.000 Wohnungen durch ARGE Wohnungssicherung gesichert - Soziale Träger setzen auf frühzeitige Beratung und Vermittlung bei drohendem Wohnungsverlust
St. Pölten, 12.10.2026 (KAP) Mithilfe der Arbeitsgemeinschaft Wohnungssicherung sind in Niederösterreich in den vergangenen 20 Jahren rund 14.000 Wohnungen gesichert und damit etwa 40.000 Menschen vor einer Delogierung bewahrt worden. Die 2006 gegründete Arbeitsgemeinschaft unterstützt Menschen, deren Wohnraum gefährdet ist, mit kostenloser Beratung und Vermittlung. Anlässlich des 20-jährigen Bestehens wurde am Montag in St. Pölten Bilanz gezogen.
Gegründet wurde die ARGE von fünf sozialen Trägern: der Caritas der Erzdiözese Wien, der Caritas der Diözese St. Pölten, der Beratungsstelle zur Wohnungssicherung (BEWOK), dem Verein Wohnen St. Pölten und dem Verein Betreuung Orientierung (VBO) in Wiener Neustadt. Ziele sind seither die Absicherung des bestehenden Wohnraums sowie die langfristige Stabilisierung der sozialen Situation von Menschen, die von Wohnungsverlust bedroht sind. Finanziert wird die Wohnungssicherung vom Land Niederösterreich.
"Wohnen ist ein soziales Menschenrecht. Eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist ohne eigene Wohnung nicht vorstellbar. Nicht mehr wohnen zu können, das bedeutet daher fast immer das Ende sozialer Beziehungen und einen Bruch in der Entwicklung persönlicher Identität", betonte Tamara Majnek, Fachbereichsleiterin Caritas Inlandshilfe, bei der Feier in den Räumlichkeiten des Roten Kreuzes in St. Pölten. Wohnen sei mehr als ein Dach über dem Kopf, ergänzte Sozial-Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister: "Es bedeutet Sicherheit, Stabilität und ein Zuhause."
Trennungen, Jobverlust und gesundheitliche Gründe gehörten zu den häufigsten Auslösern für drohenden Wohnungsverlust, erklärte Patricia Grünauer, Geschäftsführerin des Vereins Wohnen. Die Beratungsstellen unterstützen Betroffene dabei, Lösungen zu entwickeln und Mietverhältnisse nachhaltig zu stabilisieren.
Frühzeitige Beratung als Schlüssel
Entscheidend sei, möglichst früh Kontakt aufzunehmen, hieß es vonseiten der Träger. Betroffene können sich selbst an die Beratungsstellen wenden oder durch soziale Einrichtungen, Vermieter, Gemeinden und andere Stellen vermittelt werden. In der Beratung werden die Ursachen für den drohenden Wohnungsverlust geklärt und Lösungen gesucht. Dazu zählen Gespräche zwischen Mietern und Vermietern sowie rechtliche und finanzielle Beratung.
Wichtig sei auch die Zusammenarbeit mit Gemeinden, Bezirksgerichten, Bezirkshauptmannschaften, Wohnungsgenossenschaften und privaten Vermietern. Dadurch könnten Mietrückstände frühzeitig bekannt werden und außergerichtliche Lösungen rascher und kostengünstiger zustande kommen, erklärte Klaus Felgitsch, Leiter der Sozialberatung und Nothilfe der Caritas St. Pölten.
Die Beratung sei kostenlos und vertraulich, unterstrich Gabriele Kienzl, Leiterin der Wohnungssicherung und Sozialberatung Niederösterreich der Caritas Wien. Neben einer persönlichen Lösungsstrategie würden auch rechtliche und finanzielle Fragen behandelt.