Mediziner sieht gute Heilungschancen für den Papst
12.10.202617:06
Deutschland/Papst/Medizin & Gesundheit
Krebs-Experte sieht Anzeichen für einen "Routineeingriff", dennoch gelte: "Man schickt niemanden leichtfertig in den OP"
Berlin, 12.10.2026 (KAP/KNA) Die angekündigte Lungen-Operation bei Papst Leo XIV. ist nach Einschätzung eines deutschen Lungenkrebs-Experten ein "Routineeingriff", wie er häufig zur Beseitigung von Tumoren erfolge. "Trotzdem schickt man einen Menschen nicht leichtfertig in den Operationssaal", sagte Bernd Schmidt, Leiter des Lungenkrebszentrums der DRK Kliniken Berlin, am Montag der Nachrichtenagentur KNA.
"Normalerweise entfernen wir einen solchen Knoten nur chirurgisch, wenn eine hohe Wahrscheinlichkeit für einen bösartigen Tumor besteht", fügte er hinzu. Jemand, der so fit sei wie der Papst, würde diesen Eingriff aber voraussichtlich gut überstehen und keine Schäden davontragen.
Papst Leo XIV. hatte am Sonntag nach dem Mittagsgebet auf dem Petersplatz überraschend angekündigt, sich "in den kommenden Tagen" einer Lungen-Operation zu unterziehen. Ärzte hätten bei ihm einen "begrenzten Knoten" in der Lunge festgestellt und hielten einen Eingriff für "angebracht". Der Knoten sei in einem "sehr frühen Stadium" entdeckt worden und sei gut lokalisiert, so der Papst. Inzwischen ist bekannt, dass sich Leo XIV. am Dienstag in die römische Gemelli-Klinik begeben wird.
Dem Experten zufolge wird bei einem solchen Eingriff in der Regel ein Lungenlappen entfernt. Er macht rund ein Drittel eines Lungenflügels aus. Zudem würden üblicherweise zugehörige Lymphknoten entfernt. Das entfernte Lungengewebe wie auch die Lymphknoten würden dann im Nachgang untersucht. Dabei könne man feststellen, ob der Knoten gut- oder bösartig ist und ob Lymphknoten bereits von einem etwaigen Krebs befallen sind.
Der Papst hat am Montag an seinem hohen Arbeitspensum festgehalten: Allein am Vormittag absolvierte er sieben Audienzen, wie der Vatikan mitteilte. "Das spricht dafür, dass er aktuell keine schwerwiegenden Beschwerden hat", sagte Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes beim Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, der KNA.
Der Ärztin zufolge wird der Befund eines "Knotens" meist mithilfe eines bildgebenden Verfahrens festgestellt, also beim Röntgen, bei der Magnetresonanztomografie (MRT) oder der Computertomografie (CT). Die Entdeckung des Knotens könne ein Zufallsbefund gewesen sein, sofern nicht akute Beschwerden Auslöser für die Untersuchungen gewesen seien.
"So oder so ist es notwendig, den Knoten weiter abzuklären", ergänzte Weg-Remers. Gewebeveränderungen wie ein Knoten seien häufig auch gutartig und harmlos.