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crossfit 2015/2025 von Bischof Hermann Glettler
Kunst & Religion
Bild Copyright: © Kultum Graz

Kultum Graz: Ausstellung fragt nach Religion in der Gegenwartskunst

13.10.2026 14:10
Österreich/Kultur/Ausstellung/Kunst/Religion/Kirche/Orden
Rund 100 Werke von etwa 40 Künstlern beleuchten religiöse Bildwelten - Ausstellung bis Juli 2027
Graz, 13.10.2026 (KAP) Wie Religion in der Kunst der Gegenwart verarbeitet wird, steht im Zentrum der zweiten Ausgabe von "Gott hat kein Museum" im KULTUM Graz. Rund 100 Werke von etwa 40 Künstlerinnen und Künstlern aus ganz Europa beleuchten in der Jahresausstellung im Kulturzentrum bei den Minoriten unterschiedliche Aspekte von Glauben, Spiritualität und religiösem Erbe. In zehn Abteilungen auf drei Etagen will die Ausstellung einer Bildgeschichte Gottes in der Gegenwart nachspüren, heißt es im Programmtext. Sie widmet sich unter anderem religiösen Bildcodes, der Darstellung des Göttlichen, dem Verhältnis von Religion und Gewalt sowie der Heiligenikonografie. Die von Johannes Rauchenberger kuratierte Schau ist bis 10. Juli 2027 zu sehen und wird in Kooperation mit dem steirischen herbst '26 präsentiert.

Zu sehen sind Arbeiten unter anderem von der international bekannten französischen Fotografin Bettina Rheims, dem albanischen Künstler Adrian Paci, dem deutschen Künstlerpaar Anna und Bernhard Blume sowie den österreichischen Künstlern Zenita Komad und Eilfried Huth. Auch der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler hat künstlerisch zur Ausstellung beigetragen.

Mit christlichen Bildcodes setzt sich Glettlers Installation "crossfit" auseinander. Die Arbeit, die 2015 im KULTUM begann und inzwischen als Wandinstallation in der St.-Hedwigs-Kathedrale in Berlin zu sehen ist, wurde für die Ausstellung erneut komponiert. Sie besteht aus verschweißten Plastikkreuzen, die ursprünglich auf Sargdeckeln montiert und vor der Kremierung abgenommen wurden. "Glettler formte daraus ein Nachdenken über Solidarität, geistliche Fitness, Zäune und eine Hoffnung im Kreuz", heißt es im Ausstellungstext. Die Installation stelle zugleich die christliche Bildtradition infrage: Was einst als Schutzzeichen für Verstorbene diente, wird zu einem Geflecht, das an ein Netz von Toten oder einen Totentanz erinnert.

In der zweiten Ausgabe des Museumsprojekts "Gott hat kein Museum" ist u. a. auch die Wiederkehr der Religion am Beginn des Jahrtausends Thema, die sich im täglichen Nachrichtengefüge allerdings vor allem im Gewande von Angst, Fundamentalismus und Missbrauch zeige, erklärt der Ausstellungstext: "9/11, der 'Karikaturenstreit', die erneute Inanspruchnahme von Religion für den Krieg, das Wiedererstarken der religiösen Rechte, das Wiederaufflammen von Antisemitismus, die Angst vor dem Islam - und die Enthüllungen um sexuellen und geistlichen Missbrauch haben äußerst dunkle Seiten von Religion offen gelegt und ihr Bild schwerst beschädigt."

"Zerschossener Himmel"

Beispiel für eine zeitgenössische Kunst, die das Aggressionspotenzial von Religion thematisiert, ist etwa Wilfried Gerstels "zerschossener Himmel": Das "Vater Unser" und "die Erste Sure des Korans" - in Tonfliesen geschossen. Zu den markanten Arbeiten zählt der Bilderzyklus "Tohuwabohu - Chaos" des Grazer Architekten und Malers Eilfried Huth. Die 36 Bilder aus dem Jahr 2007 greifen Geschichten aus dem Alten Testament auf und setzen sich mit deren gewaltsamen und sexuellen Motiven auseinander.

Das Projekt knüpft an die langjährige Beschäftigung des KULTUM mit Religion in der Gegenwartskunst an. In den vergangenen Jahrzehnten entstand aus zahlreichen Ausstellungen eine Sammlung. Eine wichtige Grundlage bildet das 2015 erschienene dreibändige Buch "Gott hat kein Museum. Religion in der Kunst des beginnenden XXI. Jahrhunderts" von Kurator Johannes Rauchenberger. (Info: https://www.kultum.at/einrichtung/137/galerie/einmuseuminderzeit/2026/2026_ausstellungen/article/69914.html)
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