Seitenbereiche:
  • zum Inhalt [Alt+0]
  • zum Hauptmenü [Alt+1]

Hauptmenü schließen
  • Nachrichten
  • Dossier
  • Media
    • Fotos
    • Audios
    • Videos
  • Produkte
  • Redaktion
  • Impressum
  • Kontakt
  • Datenschutz & Cookies
Login
Noch kein Kunde?
Hier finden Sie unsere Produkte

Passwort vergessen?
Hauptmenü anzeigen
Produkte
Produkte
Suche
Login
Inhalt:
P. Josef Keler (1939-2026)
Bild Copyright: © Salesianer Don Boscos

"Prägegestalt kirchlicher Missionsarbeit": Trauer um P. Josef Keler

13.10.2026 17:37
Österreich/Kirche/Tod/Leute/Entwicklungshilfe
Früherer Salesianer-Provinzial und jahrzehntelanger Missionsverantwortlicher der Orden 87-jährig verstorben
Wien, 13.10.2026 (KAP) Österreichs katholische Kirche trauert um eine prägende Persönlichkeit ihrer Missions- und Entwicklungszusammenarbeit: Pater Josef Keler. Der ehemalige Provinzial der Salesianer Don Boscos starb am Dienstag, 13. Oktober, nach einem medizinischen Notfall in Wien. Keler wurde 87 Jahre alt. Über Jahrzehnte gestaltete er die Entwicklung seines Ordens mit und setzte sich besonders für junge Menschen sowie für benachteiligte Bevölkerungsgruppen weltweit ein.

Keler wurde 1939 in Mitterndorf im steirischen Mürztal geboren und trat 1959 in den Orden der Salesianer Don Boscos ein. Nach seinem Theologiestudium in Benediktbeuern wurde er 1969 zum Priester geweiht. Zu seinen ersten Wirkungsstätten gehörten das Schülerheim in Landeck und das Don-Bosco-Gymnasium Unterwaltersdorf. Später war er als Seelsorger und Pfarrer unter anderem in Klagenfurt und Wien-Stadlau tätig. 1984 promovierte er im Fach Pädagogik zum Doktor der Philosophie.

Im selben Jahr wurde Keler zum Provinzial der österreichischen Salesianerprovinz ernannt. Dieses Leitungsamt übte er bis 1996 aus. Anschließend übernahm er die Leitung des Canisiusheims in Horn. Von 2002 bis 2013 war er Pfarrer und Direktor der Salesianergemeinschaft in Graz-Don Bosco. Zuletzt lebte er im Wiener Salesianum und wirkte als Seelsorger bei den Herz-Jesu-Schwestern.

Drei Jahrzehnte im Dienst der Mission

Neben seinen Aufgaben innerhalb des Ordens engagierte sich Keler über Jahrzehnte für die weltweite Missionsarbeit. Als Missionsprokurator der österreichischen Salesianer und rund 30 Jahre lang als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Missionierenden Orden setzte er sich für die Unterstützung kirchlicher Projekte und der Menschen vor Ort ein. Dabei ging es ihm sowohl um die Förderung der Arbeit von Ordensgemeinschaften in den Ländern des Südens als auch um die Unterstützung der Kirche in den Staaten des ehemaligen Ostblocks.

Seine Reisen führten ihn unter anderem nach Ghana, in den Kongo, nach Brasilien, Argentinien und Osttimor. Auch in Ländern hinter dem Eisernen Vorhang engagierte er sich für die dortigen kirchlichen Gemeinschaften, teilweise unter schwierigen politischen Bedingungen. In seiner Funktion als Missionsverantwortlicher der Orden begegnete er unter anderem Papst Johannes Paul II. und Mutter Teresa.

Sein Interesse an der Mission erwuchs auch aus persönlichen Kontakten zu österreichischen Salesianermissionaren. Als Pfarrer in Wien-Stadlau stand Keler in engem Austausch mit Kongo-Missionar P. Johann Kiesling (1934-2024), besuchte ihn und später auch andere Mitbrüder in ihren Einsatzgebieten. Die unmittelbaren Begegnungen mit den Menschen und den Herausforderungen der Missionsarbeit bestärkten ihn darin, sich auch in Österreich für die Anliegen der Missionare einzusetzen.

1997 unterstützte Keler als damaliger Provinzial maßgeblich die Gründung der Hilfsorganisation Jugend Eine Welt. Über viele Jahre stand er deren Vorstand vor und begleitete die Entwicklung der Organisation zu einem international tätigen Träger von Bildungs- und Hilfsprojekten. Darüber hinaus setzte er sich für die Förderung von Fachhochschulstudiengängen im Bildungs- und Sozialbereich ein.

Gottvertrauen, Tatkraft und Humor

Peter Rinderer, Provinzial der österreichischen Salesianer Don Boscos, würdigte Keler gegenüber Kathpress als eine wichtige Persönlichkeit für den Orden. Vielen werde er durch sein "markantes Lachen", seine Tatkraft und sein tiefes Gottvertrauen in Erinnerung bleiben. Keler habe andere begeistern und ermutigen können, "mit Kraft voranzugehen" und den Weg im Sinne Don Boscos zu gehen, so Rinderer. Besonders hob er Kelers Einsatz für Menschen in Not hervor, darunter die Unterstützung von Missionsprojekten in Westafrika und in den Ländern des ehemaligen Ostblocks. "Er hat geholfen, was er helfen konnte", sagte Rinderer.

Heinz Hödl, ehemaliger Geschäftsführer der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für Entwicklung und Mission (KOO), bezeichnete Keler als geschätzten Gesprächs- und Kooperationspartner. Die Zusammenarbeit habe sich unter anderem bei der Fachtagung Weltkirche bewährt, die gemeinsam mit den missionierenden Ordensgemeinschaften veranstaltet wurde. Bereits während Hödls Tätigkeit als Geschäftsführer der Dreikönigsaktion sei die Kooperation mit den Salesianern und dessen Missionsprokurator "positiv und fruchtbar" gewesen.

Reinhard Heiserer, Geschäftsführer von Jugend Eine Welt, erinnerte an Kelers maßgebliche Unterstützung bei der Gründung der Organisation 1997 und dessen langjährige Tätigkeit als Vorstandsvorsitzender. Trotz zunehmender gesundheitlicher Beschwerden habe sich Keler bis zuletzt für die weltweiten Don-Bosco-Projekte interessiert. Heiserer hob dessen Glauben, Wissen, Humor und wertvollen Rat hervor. Als Leitspruch Kelers zitierte er: "Jede Hilfe ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber wenn der Tropfen trifft, bedeutet er Leben."

Staatliche Auszeichnung

Für seine Verdienste erhielt Keler mehrere kirchliche und staatliche Auszeichnungen. 1994 wurde er zum Geistlichen Rat, 1997 zum Konsistorialrat ernannt. Am 3. Mai 2016 verlieh ihm die Republik Österreich das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich.
zurück

  • Impressum
  • Kontakt
  • Datenschutz & Cookies
Katholische Presseagentur Kathpress
1010 Wien, Singerstraße 7/6/2
Tel: +43 / 1 / 512 52 83


© 1947-2026 KATHPRESS - Katholische Presseagentur Österreich
nach oben springen