Eingriff im römischen Gemelli-Krankenhaus verlief laut Vatikan und Ärzten "ohne Komplikationen"
Vatikanstadt, 13.10.2026 (KAP) Papst Leo XIV. ist bei der Operation im römischen Gemelli-Spital am Dienstag ein bösartiger Tumor aus der Lunge entfernt worden. Das geht aus einer Mitteilung der Ärzte hervor, die der Vatikan am späten Abend veröffentlicht hat. Demnach wurde dem 71-jährigen Kirchenoberhaupt der untere Lappen der rechten Lunge entfernt, in dem sich laut histologischer Erstuntersuchung ein sogenanntes Adenokarzinom befand. Es handelt sich dabei um die häufigste Form von Lungenkrebs, die oft auch Nichtraucher trifft. Ein Lungenlappen umfasst etwa 20 bis 25 Prozent der Lunge.
Der Eingriff dauerte nach Vatikanangaben etwa 90 Minuten und verlief ohne Komplikationen. Die Mediziner unter der Leitung des Thorax-Chirurgie-Spezialisten Professor Stefano Margaritora entfernten den Lungenlappen mit videoassistierter Technik. Nach der Operation sei der Papst regulär aufgewacht und befinde sich wieder in seinem Zimmer im zehnten Stock der Gemelli-Klinik.
Aus dem Kommuniqué geht hervor, dass der Verdacht auf einen bösartigen Tumor bereits seit einer früheren Untersuchung bestand. Unmittelbar nach der Operation sei er durch eine feingewebliche Schnellschnittuntersuchung bestätigt worden. Über die Größe des Karzinoms wurde zunächst nichts mitgeteilt. Von ihr hängt ab, ob nach dem chirurgischen Eingriff zusätzlich Strahlen- sowie Chemotherapien geboten sind.
Lungen-Adenokarzinom
Ein Lungen-Adenokarzinom ist ein sogenanntes nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom. Sie machen einen Großteil der Lungenkrebsformen aus und treten häufig bei Rauchern auf, aber auch vermehrt bei Nichtrauchern, jüngeren Patienten und Frauen. Da Lungen-Adenokarzinome häufig in den äußeren Bereichen der Lunge entstehen, können sie lange unbemerkt bleiben. Werden sie in einem frühen Stadium entdeckt, sind die Behandlungsaussichten in der Regel günstiger. Allerdings können auch diese Tumoren bereits früh Metastasen bilden.
Adenokarzinome sind bösartige Tumoren aus sogenannten Drüsenzellen. Diese Zellen sind sonst für die Bildung von Schleim, Verdauungssäften oder anderen Körperflüssigkeiten zuständig. Grundsätzlich können Adenokarzinome in vielen Organen entstehen, etwa im Darm, Magen, der Bauchspeicheldrüse oder in der Lunge.
Seit Dienstagmittag im Spital
Leo XIV. war Dienstagmittag vom Vatikan per Auto ins Krankenhaus gebracht worden. Begleitet wurde er von seinem Sekretär Edgard Iván Rimaycuna Inga und seinem Leibarzt Luigi Carbone. Bei der Ankunft am Spital kurz nach 13 Uhr wirkte der Papst ruhig. Während er raschen Schrittes in das Krankenhaus ging, lächelte er und winkte den hunderten wartenden Menschen und Medienvertretern zu.
Der Papst selbst hatte am Sonntag im Zuge des Mittagsgebets auf dem Petersplatz mitgeteilt, dass Ärzte bei Untersuchungen einen "begrenzten Knoten" in einem "sehr frühen Stadium" in seiner Lunge festgestellt hätten und er deswegen operiert werden müsse. Aus dem Vatikan hieß es am selben Tag, dass Leo XIV. voraussichtlich etwa eine Woche im Krankenhaus werde bleiben müssen; Audienzen sagte der Vatikan bis einschließlich 20. Oktober ab.
Genesungswünsche auch von Bundespräsident Van der Bellen
Die Ankündigung des Papstes, dass er sich einer Operation unterziehen müsse, löste international große Anteilnahme aus. "Die ganze Kirche Österreichs ist Ihnen nahe, Heiliger Vater!", ließ auch Österreichs Bischofskonferenz-Vorsitzender Franz Lackner wissen und rief zum Gebet für Leo XIV. auf. "Beten und bitten wir, dass der Eingriff gut verlaufen und die Genesung sich rasch einstellen wird", so Lackner am Montag. "Lieber Heiliger Vater, in diesen sorgenvollen Stunden sind wir Ihnen im Gebet besonders nahe. Möge der Herr Ihnen Kraft und Zuversicht schenken und die Hände der Ärzte führen", schrieb Kardinal Christoph Schönborn in Sozialen Medien. Auch er wünschte Leo "Gottes Segen und eine gute Genesung".
Bundespräsident Alexander Van der Bellen wünschte dem Papst in einem am Dienstagnachmittag an den Heiligen Vater ergangenen Schreiben ebenfalls "eine baldige und vollständige Erholung". In dem der Nachrichtenagentur Kathpress vorliegenden Schreiben brachte der Bundespräsident seine "aufrichtiger Sorge" über den Gesundheitszustand des Papstes zum Ausdruck. "Für die Zeit Ihrer Genesung wünsche ich Ihnen Ruhe und Zuversicht und hoffe, dass Sie bald wieder bei Kräften sein werden, um Ihren verantwortungsvollen geistlichen und weltlichen Aufgaben weiterhin so überzeugend nachkommen zu können", so Van der Bellen an den Papst.
Van der Bellen in Schreiben an Leo XIV.: "Für die Zeit Ihrer Genesung wünsche ich Ihnen Ruhe und Zuversicht und hoffe, dass Sie bald wieder bei Kräften sein werden"