Theologe und Pfarrer Moga betont Bedeutung akademischer Ausbildung für orthodoxe Religionspädagogen und Seelsorger
Wien, 14.10.2026 (KAP) Über 70 orthodoxe Studierende der Universität Wien sowie weiterer Wiener Universitäten feierten am Dienstag gemeinsam den Semesteranfangsgottesdienst in der rumänisch-orthodoxen St.-Antonius-Kirche. Die Feier findet zu Beginn jedes akademischen Jahres in einer anderen orthodoxen Gemeinde Wiens statt. Dem Gottesdienst stand der örtliche Pfarrer Ioan Moga vor, der zugleich als Professor den orthodoxen Schwerpunkt im Bachelor- und Masterstudium Religionspädagogik an der Universität Wien koordiniert. Er sprach sich für ein stärkeres panorthodoxes Zusammenwachsen und ein größeres Bewusstsein für die Frage der Übersetzbarkeit einer traditionsstarken religiösen Identität wie jene der Orthodoxie in den gegenwärtigen pluralen Kontext aus.
Eine Herausforderung sei etwa eine orthodoxe deutschsprachige Kirchenmusik, die auch die Menschen ansprechen kann. Zudem betonte der Geistliche, wie wichtig es sei, dass künftig nicht nur Religionslehrerinnen und -lehrer, sondern auch orthodoxe Seelsorger eine akademische Ausbildung in Österreich absolvieren können.
Im Namen der Studierenden sprach Xenia Tereschenko, Mitglied der Studienvertretung an der Katholisch-Theologischen Fakultät. Die angehende orthodoxe Religionspädagogin sagte über das Studium in Wien: "Hier kommen orthodoxe Studierende aus unterschiedlichen nationalen Traditionen und mit ganz unterschiedlichen Erfahrungen zusammen. Zudem studieren wir an einer interkonfessionellen und interreligiösen Fakultät, an der ein echter Austausch möglich ist und auch stattfindet." Jede und jeder bringe etwas anderes mit und entdecke im Gespräch sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede, "auch innerhalb unserer orthodoxen Gemeinschaft".
Das Studium biete die Möglichkeit, "unseren Glauben zu prüfen und uns wissenschaftlich mit seinen Grundlagen auseinanderzusetzen". Als Religionspädagoginnen und Religionspädagogen gelte es, dieses Fundament an die nächste Generation weitertragen. Gerade die Erfahrungen im interkonfessionellen und interreligiösen Austausch könnten den künftigen Lehrenden dabei helfen, "auf die unterschiedlichen Lebenswelten und Fragen unserer Schülerinnen und Schüler einzugehen".
Der diesjährige Gottesdienst fiel auf den Vorabend des Festes der Hl. Paraskevi - einer im 11. Jahrhundert lebenden Heiligen, die in allen orthodoxen Ländern große Verehrung genießt - vor allem in Rumänien, wo ihre Reliquien sich befinden.