Bischofsstuhl der Diözese Haimen wurde gemäß Verfahrenregelungen im Geheimabkommen zwischen Rom und Peking besetzt
Vatikanstadt, 15.10.2026 (KAP) Die chinesische Diözese Haimen hat einen neuen Bischof. Ignazio Ding Zuyao (40), Priester der Diözese in der ostchinesischen Provinz Jiangsu, empfing am Donnerstag die Bischofsweihe - rund sechs Wochen nach seiner Ernennung durch Papst Leo XIV. vom 24. August, wie der Vatikan mitteilte. Zuvor war die Personalie im Rahmen des Geheimabkommens zwischen dem Heiligen Stuhl und der Volksrepublik China gebilligt worden.
Das 2018 eingeführte Abkommen regelt die Zusammenarbeit der Kommunistischen Partei und des Vatikans bei der Neubesetzung von Bischofsstühlen. Dabei wird zunächst ein Kandidat mit Zustimmung der Partei benannt. Erst wenn der Papst den Nominierten akzeptiert, wird er zum Bischof geweiht.
Damit sollte ein lange Zeit geltendes Nebeneinander von parteikonformen ("patriotischen") Kirchenstrukturen und papsttreuen Geistlichen überwunden werden. Kritiker bemängeln an dem kooperativen Ernennungsverfahren, dass es der Kommunistischen Partei zu viel Mitspracherecht in innerkirchlichen Entscheidungen einräume.