Schönstatt-Bewegung will das Leben ihres Gründers Josef Kentenich ergebnisoffen erforschen - Man wolle Missbrauchsvorwürfe aufklären und habe keine Angst vor der Wahrheit, heißt es
Bonn/Vallendar, 16.10.2026 (KAP/KNA) Die Schönstatt-Bewegung hat Menschen aus dem Umfeld ihres Ordensgründers aufgerufen, sich zu melden. Alle Erinnerungen an eigene Erfahrungen mit Pater Josef Kentenich (1885-1968) und alle Dokumente seien erwünscht, ausdrücklich auch "eventuelle Erfahrungen, die als grenzverletzend oder missbräuchlich erlebt wurden", heißt es in einer laut Nachrichtenagentur KNA am Donnerstag am Sitz der Bewegung im deutschen Vallendar veröffentlichten Mitteilung. Man habe "keine Angst vor der Wahrheit" und wolle das Leben Kentenichs ergebnisoffen erforschen, heißt es in dem Aufruf.
In den vergangenen Jahren hatten Missbrauchsvorwürfe gegen Kentenich Schlagzeilen gemacht. 2022 setzte der zuständige Trierer Bischof Stephan Ackermann deshalb das laufende Seligsprechungsverfahren aus. Die Aufarbeitung der Missbrauchsvorwürfe gegen Kentenich ist nach Auskunft der Schönstatt-Bewegung in vollem Gang und "längst nicht abgeschlossen". Dabei könne historische Forschung sowohl Belastendes zutage fördern als auch bestehende Deutungen relativieren.
Verschiedene Perspektiven sammeln
Die Schönstatt-Bewegung betont, eine ergebnisoffene Darstellung von Fakten und Zusammenhängen müsse offen sein für verschiedene Perspektiven und für vielleicht unerwartete Ergebnisse. Entsprechende Hinweise würden gesammelt, vertraulich behandelt und nicht vorab bewertet.
Laut Mitteilung sind an der Aufarbeitung die Herausgeber der seit 2021 erscheinenden Studienausgaben "Dokumente zur Geschichte der Schönstatt-Bewegung", Forschende an Universitäten sowie interne Arbeitskreise der Schönstatt-Gemeinschaften beteiligt, die in ihren Archiven die Erschließung der Quellen leisten.