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Steyler Ordensfrau: "Armut kann jeden treffen"

18.10.2026 15:30
Österreich/Kirche/Religion/Armut/Hilfsorganisation/Caritas/Orden
Canisibus-Helferin: "Nächstenliebe beginnt damit, Menschen zu sehen" - Steyler Missionsschwester Hemma Jaschke engagiert sich seit mehr als 20 Jahren ehrenamtlich für obdachlose und armutsbetroffene Menschen
Wien, 18.10.2026 (KAP) Armut und Wohnungslosigkeit dürfen nicht auf persönliche Versäumnisse reduziert werden: Darauf hat die Steyler Missionsschwester Hemma Jaschke hingewiesen, die sich seit mehr als 20 Jahren ehrenamtlich beim Canisibus der Caritas Wien engagiert. Armut und Wohnungslosigkeit könnten durch Schicksalsschläge, Krankheiten, familiäre Krisen oder schwierige wirtschaftliche Verhältnisse entstehen, so Jaschke im Podcast "Orden on air" der Österreichischen Ordenskonferenz: "Armut kann jeden treffen."

Neben einer warmen Mahlzeit seien für viele Armutsbetroffene Gespräche, menschliche Nähe und das Gefühl wichtig, wahrgenommen zu werden, betonte Jaschke. Die Ordensfrau ist jeden Mittwochabend mit anderen Freiwilligen beim Canisibus im Einsatz. Das Angebot der Caritas ist ganzjährig unterwegs; zwei Busse und ein E-Bike versorgen laut der Ordensfrau zehn Stationen in Wien. Im Sommer nehmen durchschnittlich 120 bis 150 Menschen pro Bus und Abend eine Mahlzeit in Anspruch. Jaschke spreche bewusst von "Gästen". Viele kämen nicht allein wegen des Essens, sondern suchten auch ein Gespräch oder ein vertrautes Gesicht.

Als Grundlage ihres Engagements nannte sie ihren christlichen Glauben. Jaschke beschrieb ihn als "Grundwasser", aus dem sie lebe. Entscheidend sei, Menschen auf Augenhöhe zu begegnen und ihre Würde zu achten. Von vielen Gästen unterscheide sie vor allem die eigene abgesicherte Lebenssituation mit einem warmen Zuhause, ausreichend Essen und einem tragfähigen sozialen Netz.

Nächstenliebe beginne im Alltag, wenn Menschen einander zuhören, Hilfe anbieten und nicht wegschauen, so Jaschke, die dazu ermutigte, sich ehrenamtlich zu engagieren. Davon profitierten sowohl die Menschen, die Unterstützung erhielten, als auch die Helfenden selbst.

"Orden on air"

Das Medienbüro der Ordensgemeinschaften Österreich hat im März 2022 den Podcast "Orden on air" ins Leben gerufen, dabei kommen Ordensfrauen und -männer vor den Vorhang. Ziel ist es, Persönlichkeiten vorzustellen, Einblicke in das Leben von Ordensgemeinschaften zu geben und das Engagement von Ordensleuten in vielfältigen Bereichen sichtbar zu machen, so die Ordenskonferenz. (Link: www.ordensgemeinschaften.at)
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